EEG 2021

    Die wichtigsten Änderungen im Überblick

    Die Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG 2021) ist am 18. Dezember 2020 im Bundesrat verabschiedet worden und am 1. Januar 2021 in Kraft getreten. Das EEG 2021 ist mittlerweile die fünfte Überarbeitung des ersten Erneuerbaren-Energien-Gesetz aus dem Jahr 2000.

    Das Gesetz enthält neben den Ausbauzielen für Erneuerbare Energien bis 2030 auch Regelungen für den Weiterbetrieb von Erzeugungsanlagen, die ab dem 1.1.2021 keine Einspeisevergütung mehr erhalten. Des Weiteren wurde die Einbaupflicht für intelligente Stromzähler bei Erzeugungsanlagen konkretisiert und Anforderungen an die Steuerbarkeit definiert.

    • Ziele des EEG 2021 im Überblick

      Das EEG 2021 legt als Ziel den Anteil der Erneuerbaren Energien auf 65 % am Bruttostromverbrauch bis 2030 fest. Dabei wird ein Stromverbrauch im Jahr 2030 von 580 TWh angenommen. Ausbau- und Strommengenpfade sollen dabei die Zielerreichung sicherstellen.

    • Welche Ausbauziele sind im EEG 2021 aufgeführt?

      Folgende Ausbauziele sollen im Jahr 2030 erreicht sein:

      • Windenergie an Land: 71 GW (vgl. 2020: 54,64 GW)
      • Photovoltaik: 100 GW (vgl. 2020: 53,58 GW)
      • Biomasseanlagen: 8,4 GW (vgl. 2020: 8,24 GW)

    Allgemeine Änderungen

    • Vereinfachte Anmeldung von Kleinanlagen beim Netzbetreiber

      Mit dem EEG 2021 wurde durch eine Ergänzung von § 8 Abs. 5 die Anmeldung von kleinen Anlagen, insbesondere PV-Anlagen, beim Netzbetreiber vereinfacht. Demnach ist es möglich, Anlagen bis zu einer installierten Leistung von 10,8 kWp ans Netz anzuschließen, wenn der Netzbetreiber nicht binnen eines Monats nach Eingang des Anschlussbegehrens einen Zeitplan zum Netzanschluss vorgelegt hat.

    • Befreiung von der EEG-Umlage auf Eigenverbrauch

      Im Einklang zu bereits geltendem EU-Recht wurde die Grenze für den, von der EEG-Umlage befreiten Eigenverbrauch erhöht. Somit sind Bestands- und Neuanlagen bis zu einer installierten Leistung von 30 kW (§ 61 b Abs. 2 EEG 2021) und einem Eigenverbrauch von maximal 30.000 kWh pro Jahr von der EEG-Umlage befreit. Bei Anlagen über 30 kW und / oder Eigenverbrauch über 30.000 kWh pro Jahr fällt die anteilige EEG-Umlage in Höhe von 40 % auf den gesamten direktgenutzten Stromverbrauch an. Zu beachten ist jedoch, dass zur Ermittlung der EEG-Umlage mehrere Anlagen gemäß § 24 Abs. 1 EEG 2021 zusammengefasst werden.

    Photovoltaik

    Hier erfährst Du, inwiefern das EEG 2021 Dich als PV-Anlagenbetreiber betrifft:

    • Einbaupflicht für intelligente Stromzähler

      Mit dem EEG 2021 wird konkret die Ausstattung von Erzeugungsanlagen und deren Steuerung mit einem intelligenten Stromzähler geregelt. Nachdem das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Ausstattung von Erzeugungsanlagen mit einem intelligenten Stromzähler freigegeben hat, ist dies gemäß den nachfolgenden Regelungen umzusetzen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die bereits verfügbare Technik zur Steuerung der Anlagen einzusetzen.

      Für Anlagen kleiner als 7 kWp gilt, dass keine Steuerung und kein Abruf der aktuellen Einspeisung notwendig sind. Deshalb reicht in diesem Fall der Einbau eines modernen Stromzählers (ohne Kommunikationseinheit) aus.

      Bei Anlagen zwischen 7 und 25 kW ist der Einbau eines intelligenten Stromzählers verpflichtend. Darüber muss auch die aktuelle Einspeisung durch den Messstellenbetreiber abgerufen werden können. Die 70 %-Leistungsreduzierung am Netzverknüpfungspunkt ist ausreichend.

      Bei Anlagen ab 25 kW ist neben dem intelligenten Stromzähler auch der Abruf der aktuellen Einspeisung und die Steuerung der Anlage durch den Netzbetreiber notwendig. Unter Steuerung der Anlage ist eine stufenweise und zukünftig eine stufenlose Regelung der Anlage zu verstehen. In welchen Stufen und wie konkret die Steuerung umgesetzt werden muss, ist aktuell noch in der Diskussion.

      Sofern die Ausstattung mit einem intelligenten Stromzähler oder die Nachrüstung der Steuerung der Anlage gesetzlich vorgeschrieben ist, sind auch Bestandsanlagen nachzurüsten.

    • Freiflächenanlagen

      Die Gebotsgrößen für PV-Freiflächenanlagen und sonstige bauliche Anlagen wurden mit dem EEG 2021 angepasst. Für Freiflächenanlagen wurde die Gebotsgröße von 10 MW auf 20 MW erhöht. Die maximale Größe von sonstigen baulichen Anlagen wurde auf 20 MW deckelt. Hier gab es bislang keine Höchstgrenze.

    • Ausschreibungen

      Eine weitere Neuerung im EEG 2021 betrifft PV-Anlagen, die auf, an einem Gebäude oder auf einer Lärmschutzwand angebracht sind. Hier wurde die gesetzliche Förderung für Anlagen > 300 kWp bis 750 kWp (§ 48 Abs. 5 EEG 2021) begrenzt. Betreiber von Anlagen in dieser Größenordnung haben zwei Wahlmöglichkeiten.

      Prinzipiell ist Teilnahme an Ausschreibungen („Solaranlagen des zweiten Segments“ §§ 38c EEG 2021 ff) möglich, hier wird die Höhe der Vergütung im Rahmen des Ausschreibungsverfahren bestimmt. Voraussetzung hierfür ist, dass die gesamt erzeugte Strommenge auch eingespeist wird, Eigenverbrauch ist nicht möglich.

      Soll Strom direkt genutzt werden, kann nicht am Ausschreibungsverfahren teilgenommen werden. In diesem Fall begrenzt sich die maximale Förderung auf 50 % der Strommenge (§ 100 Abs. 9 EEG 2021).

    Bioenergie

    Hier erfährst Du, inwiefern das EEG 2021 Dich als Anlagenbetreiber betrifft:

    • Ausschreibungsmengen

      Wie in § 28 b EEG 2021 geregelt, werden die Ausschreibungsmengen gleichmäßig über 2 Termine am 1. März und 1. September verteilt. Das jährliche Ausschreibungsvolumen beträgt 600 MW. Kommt es zur Unterdeckung der Ausschreibung, wird zukünftig nur noch für 80 % der eingereichten und zugelassenen Gebote für Neu- und Bestandsanlagen ein Zuschlag erteilt. Zusätzlich werden jährlich zum 1. Dezember 150 MW für hochflexible Biomethananlagen in der Südregion ausgeschrieben.

    • Realisierungsfristen und Gebotshöchstwerte

      Der Gebotshöchstwert für Biomasseanlagen beträgt im Jahr 2021 16,4 Cent/kWh. Bestandsanlagen bis 500 Kilowatt, die erfolgreich an den Ausschreibungen teilgenommen haben, bekommen zukünftig den Gebotswert des höchsten noch bezuschlagten Gebots desselben Gebotstermins zuzüglich 0,5 Cent pro Kilowattstunde. Diese Regelung gilt zunächst für die Jahre 2021 bis 2025 (§ 39g EEG 2021). Weiterhin wird die Realisierungsfrist eines erfolgreichen Gebots für Biomasseanlagen auf 36 Monate erhöht.

    • Flexibilitätszuschlag und -prämie

      Zur Inanspruchnahme des Flexibilitätszuschlags oder der Flexibilitätsprämie wird vorgeschrieben, dass die betreffende Anlage in mindestens 4.000 Viertelstunden eine Strommenge erzeugt, die mindestens 85 % der installierten Leistung der Anlage entspricht (§ 50 Abs. 3 EEG 2021). In der Südregion halbiert sich die Anzahl der Vierteilstunden von 4.000 auf 2.000. Bei Neuanlagen wird der Flexibilitätszuschlag von 40 auf 65 €/kW erhöht (§ 50a EEG 2021). Durch diese Anpassung sind zusätzlich auch Güllekleinanlagen für den Flexibilitätszuschlag qualifiziert. Zusätzlich sind solche Anlagen mit einer installierten Leistung bis zu 150 kW zukünftig nicht mehr auf eine Bemessungsleistung von 75 kW beschränkt (§ 44 EEG 2021).

    • Regionale Steuerung

      Ab dem Jahr 2022 wird für Bioenergieanlagen eine Südquote eingeführt (§ 39d Abs. 2 EEG 2021). Das Ziel der Südquote ist die regionale Steuerung des Erneuerbaren-Energien-Ausbaus und soll zum Abbau von Netzengpässen beitragen. Die Südquote umfasst hautsächlich die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Hessen und führt dazu, dass bis die Hälfte des Ausschreibungsvolumen erreicht ist, ausschließlich Gebote aus der Südregion berücksichtigt werden. Wird das Ausschreibungsvolumen nicht erreicht, wird die Ausschreibungsmenge anteilig reduziert.

    Ausgeförderte Anlagen

    Mit dem EEG 2021 wurde eine neue Begrifflichkeit, den „ausgeförderte Anlagen“ für Erzeugungsanlagen eingeführt, die keine Einspeisevergütung mehr erhalten. Zielgruppe sind kleine Anlagen, wie bspw. PV-, Biogas-, Wasserkraftanlagen bis 100 kW und Windenergieanlagen an Land, unabhängig deren installierter Leistung. Nach § 21 Abs. 1, § 100 Abs. 5 EEG 2021 gibt es für diese Anlagen eine neue Einspeisevergütung. Nach Ablauf der Vergütungsperiode werden die Anlagen automatisch der neuen Vergütungsform zugeordnet. Alternativ zur Anschlussförderung ist auch die Wahl der sonstigen Direktvermarktung möglich. Voraussetzung hierfür ist ein intelligenter Stromzähler oder andere Technik zur Messung und Regelung der aktuellen Einspeisung (§ 10 b EEG 2021). Allerdings gibt es eine Ausnahme: Wenn der Strom zu 100 % ins Netz eingespeist wird, ist keine Steuertechnik und Abruf der aktuellen Einspeisung notwendig.

       

    • Kleine Anlagen bis 100 kW

      Anlagenbetreiber erhält technologiespezifischen Jahresmarktwert abzüglich einer Vermarktungspauschale von 0,4 Cent/kWh. Bei Einbau eines intelligenten Stromzählers halbiert sich die Vermarktungspauschale auf 0,2 Cent/kWh (§53 Abs. 2 EEG 2021).

      Jahresmarktwert 2020 ct/kWh
      Jahresmarktwert3,047
      Jahresmarktwert Wind an Land 2,384
      Jahresmarktwert Wind auf See 2,684
      Jahresmarktwert Solar 2,458

      Quelle: www.netztransparenz.de/EEG/Marktpraemie/Marktwerte

      Wird die Anschlussvergütung in Anspruch genommen, ist auch der Eigenverbrauch der erzeugten Energie möglich. Die Anschlussvergütung ist befristet bis einschließlich 31.12.2027.

    • Windenergieanlagen an Land

      Zukünftig soll für Windenergieanlagen an Land die Höhe der Anschlussvergütung über Ausschreibungen bestimmt werden. Anspruch auf die Anschlussvergütung haben ausschließlich Windenergieanlagen, die sich auf Flächen befinden, auf denen planungsrechtlich keine neuen Windenergieanlagen errichten lassen. Das Ausschreibungsvolumen ist auf 1.500 MW für 2021 und 1.000 MW für 2022 festgelegt. Der Höchstgebotswert ist zwischen 3 und 3,8 ct/kWh begrenzt. Wie das Ausschreibungsverfahren konkret ablaufen wird, soll von der Bundesnetzagentur bis zum 30.06.2021 geregelt werden.

      Unabhängig vom Inkrafttreten der Ausschreibungen können Anlagenbetreiber für das Jahr 2021 eine gesetzlich bestimmte Anschlussvergütung erhalten. Der Anlagenbetreiber erhält den Monatsmarktwert abzüglich Vermarktungspauschale zuzüglich

      • 1,0 ct/kWh für Strom, der bis einschließlich Juni 2021 erzeugt worden ist
      • 0,5 ct/kWh für Strom, der bis einschließlich September 2021 erzeugt worden ist
      • 0,25 ct/kWh für Strom, der bis einschließlich Dezember 2021 erzeugt worden ist

      Wurde die Anschlussvergütung aus dem Ausschreibungsverfahren ermittelt, kann diese bis Ende 2022 ausbezahlt werden. Windkraftanlagen an Land dürfen 2021 nur einmal zwischen der Anschlussvergütung und der sonstigen Direktvermarktung wechseln. Wie auch PV-Anlagen ist hier in beiden Fällen die Eigenversorgung mit Strom aus der Windenergieanlage möglich

    Weitere Informationen zum EEG 2021

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