• Eine ökologische Nährstoffrückgewinnung aus der Landwirtschaft in der Region Hohenlohe

    Projekt Agriplus Hohenlohe

    ,

    Die Ausbringung von Wirtschaftsdünger ist eine gängige Lösung, um die Stoffkreisläufe in der Landwirtschaft zu schließen.

    Die Wirtschaftsdünger versorgen Ackerböden mit wertvollen organischen Bestandteilen und notwendigen Nährstoffen. Jedoch fallen in Gegenden mit intensiver Tierhaltung wie in Hohenlohe, mehr Gülle und Gärreste an als zur Deckung des P-Bedarfs nötig und mehr als bei Einhaltung des Grenzwertes von 170 kg N/ha für Wirtschaftsdünger auf den Flächen in sinnvoller Entfernung ausgebracht werden kann.
    Aus diesen Regionen müssen deswegen die Wirtschaftsdünger - die zu 90 % aus Wasser bestehen - über weite Distanzen in Regionen mit Düngerbedarf transportiert werden. Das stellt die betroffenen Landwirte häufig vor ökonomische und ökologische Probleme.

    Das Projekt Agriplus Hohenlohe greift diese Problematik in der Region Hohenlohe auf und zielt auf eine Effizienzsteigerung im Ackerbau durch ein verbessertes Nährstoffmanagement ab. Hierfür wurde eine voll-funktionsfähige Anlage gebaut, die sowohl die energetische als auch die stoffliche Verwertung von Gülle und Gärrest gewährleistet. Dabei werden Gülle und andere Reststoffe aus der energetischen Verwertung (Gärreste) in ein Torfersatzprodukt sowie Phosphor- und Stickstoffdünger umgewandelt. Diese innovativen Dünger können dann gezielt und effizient in der Region Hohenlohe eingesetzt oder kostengünstig in Gebiete mit vorherrschendem Nährstoffmangel transportiert werden.

    Agriplus wurde von der Agro Energie Hohenlohe initiiert und ist ein Konsortium aus Praxis und Wissenschaft, wo sich Landwirte aus Füssbach, Wissenschaftler der Uni Hohenheim und regionale Unternehmen aus Hohenlohe zusammengeschlossen haben, um gemeinsam diesen neuartigen Ansatz aus Bioenergie-Gewinnung und Nährstoffrückgewinnung umzusetzen. Hiermit leistet Agriplus einen erheblichen und innovativen Beitrag zum Umweltschutz und zu mehr regionaler Wertschöpfung im Ländlichen Raum im Sinne einer kreislauforientierten Bioökonomie.

    Koordiniert wird das Projekt von der Steinbeis 2i GmbH. Weitere Partner aus der Landwirtschaft und der Wissenschaft wirken im Projekt mit:
    AgroEnergie Hohenlohe GmbH & Co. KG (Lead Partner), BAG-Hohenlohe-Raiffeisen eG, Öko-Agrar-Service GmbH, Universität Hohenheim, Neff KG, Kümmerer GbR, Karlheinz Neff, Klaus u. Rosemarie Käppler GbR

    Projektlaufzeit: 01/2019 - 12/2021 Dieses Projekt wird von der Europäischen Union und dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden Württemberg im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ (EIP AGRI) mit einem Betrag von etwa 1,3 Mio. € gefördert.
    Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums: Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete mitfinanziert durch das Land Baden-Württemberg

    www.mepl.landwirtschaft-bw.de