Mit mineralischen Gärresten düngen

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    Selber den Flüssigdünger ASL herstellen? Damit alle Nährstoffe des Gärrestes auf dem Feld verwerten und im Cultan-Verfahren effizient einsetzen? Oder lieber Gärprodukte anderweitig aufwerten und außerhalb der Landwirtschaft vermarkten? Informationen dazu fanden Teilnehmer beim MR-Tag, den die MR Niederbayern GmbH für Biogas-Landwirte veranstaltete.

    Mit den Vorgaben der Düngeverordnung, insbesondere mit den zu erwartenden Verschärfungen in roten Gebieten, wird es immer schwieriger die anfallenden Gärreste auf den eigenen Flächen zu verwerten. Viele Biogas-Betreiber reagieren mit der Abgabe des organischen Düngers. Doch auch hier stößt man an Grenzen. Neue Ideen und Konzepte sind gefragt. Eine am Biogas-Tag der MR Niederbayern GmbH aufgezeigte Möglichkeit ist Gärreste so aufzubereiten, dass dabei der Flüssigdünger Ammoniumsulfat-Lösung (ASL) entsteht.

    „Der Charme ASL aus Gärprodukten herzustellen liegt darin, dass so aus organischem Wirt-schaftsdünger ein anerkannter Mineraldünger entsteht“, sagt Wolfgang Sturm, MR Berater der MR Niederbayern GmbH. Sämtliche Nährstoffe des Gärrestes können damit als organischer und mineralischer Dünger im landwirtschaftlichen Betrieb verwertet werden – vorausgesetzt es werden die Grenzen des Phosphats eingehalten. Da ein Teil der organisch vorliegenden Nährstoffe in mineralischen Dünger überführt wird, entlastet dies bei der 170 kg-Grenze.

    Laut Herstellerangaben verbleiben beim Vakuum-Verdampfen aus 1.000 cbm Gärrest rund 250 cbm flüssiger Anteil, 120 cbm feste Fraktion sowie 30 cbm ASL Lösung. Damit hat man nicht nur ein geringeres Transportvolumen, sondern benötigt überdies weniger Lager. Dies kann für diejenigen interessant sein, die momentan in Lagerraum investieren müssen. Schließlich stehen flächenlose Biogasbetriebe nach der Düngeverordnung ab 2020 in der Pflicht, Kapazitäten für den Anfall aus neun Monaten bereit zu stellen bzw. Ausbringflächen vertraglich zu sichern. „Aufgepasst! Bisherige Abnahmeverträge beinhalten in der Regel keine Flächenangaben. Bestehende Verträge sind anzupassen“, gibt der Referent den Zuhörern ganz prinzipiell mit auf den Weg. Die Maschinenringe können ihren Mitgliedern Muster-Verträge an die Hand geben.

    Weitere Einzelheiten lesen Sie hier in unserem BLW Beitrag.