Neu: Ketten-Vliesabdeckung für Rüben

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    Im unterfränkischen MR Maindreieck e.V. wurde ein Rübenschutzvlies mit seitlich eingenähten Eisenketten entwickelt. Diese sollen selbst bei starkem Wind für sicheren Halt sorgen.

    „Das Beschweren mit Sandsäcken oder Rüben ist mühsam und zeitaufwändig. Deshalb beschäftigen wir uns schon seit etlicher Zeit damit, wie das Fixieren erleichtert werden kann. Ziel war eine Lösung, die zusammen mit dem Abdecken vom Feldweg aus funktioniert“, erklärt Jutta Michel, Geschäftsführerin im MR Maindreieck e.V.. Das Aufbringen der Vliese mit dem weiten Ausleger des Wickelgerätes vom Weg aus hat Charme. Entsprechend wollten die Verantwortlichen beim Befestigen der Vliese keine Technik im Acker einsetzen. Damit ziehe man nur unnötig Schmutz auf die Straße.

    Der Gedanke, an beiden Längsseiten Eisenketten einzunähen, war schon früh aufgekommen. Doch die Umsetzung war nicht einfach. Da die Vliese eine Größe von 12 Meter mal 30 Meter aufweisen, sind sie schwierig zu händeln. Und überhaupt, welche Nähmaschine eignet sich, welchen Faden braucht man um die reißfesten, aus Polypropylen Fasern hergestellten Vliese zu bearbeiten? Wo setzt man die Naht? Die Aktiven im Maschinenring waren ideenreich und haben etwa ein Drittel ihrer – schon mehrere Jahre benutzten - Vliese entsprechend verstärkt. Südzucker und der Verband fränkischer Zuckerrübenbauer befürworten das Pilotprojekt.

    Mietenabdeckung ist von Hand eine schwere körperliche Arbeit. Um geeignete Technik einzusetzen, gründete sich 2003 die bereits erwähnte Mietenpflegegemeinschaft. Sie umfasst inzwischen 248 Mitglieder. Bei Gründung der Gemeinschaft war man der Meinung, dass viele Landwirte selbst das Beschweren übernehmen. Schließlich lohne es sich aufgrund des Zuschusses zur Wirtschaftserschwernis. Außerdem erreichte man mit der Gemeinschaft-Technik eine hohe Leistung, da die Vliese ‚nur‘ auf die Miete zu legen sind.

    Immer mehr Betriebe wollten und wollen aber nicht mehr selbst Hand anlegen. Sie nehmen lieber die komplette Dienstleistung in Anspruch. Dies ist dann auch für den ‚Zudecktrupp‘ der Gemeinschaft eine anstrengende Arbeit. „Oft sind wir mit bis zu vier Mann angerückt. Ein Schlepperfahrer, der gleichzeitig den Kran bedient, dann zwei Leute zum Ausrichten und Fixieren der Vliese. Dabei löste man sich immer mit den Aufgaben ab, denn das Beschweren ist im wahrsten Sinne des Wortes beschwerlich“, berichtet Landwirt Max Taiber. Zukünftig sollen zwei Arbeitskräfte das Komplettverfahren mit dem Ketten-Vlies übernehmen. Das macht das System dann sehr effektiv.

    Die Erfahrungen sind durchweg positiv. „Die Kettenvliese haben ihre Bewährungsprobe bei Sturm gut gemeistert. Es hat zwar ein wenig geflattert, aber alles hat gehalten“, so Timo Michel vom MR Maindreieck e.V zum Ende der Kampagne.

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