Neues Leben in alten Gebäuden

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    Der Strukturwandel ist in den Dörfern nicht zu übersehen. Leerstehende Ställe und Scheunen zeugen davon. „Manche Familiensituationen zeichnen sich jedoch schon länger ab. Da sollte man nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern sich überlegen, welche Möglichkeiten der Umnutzung es gibt. Wir wollen doch alle die nächste Generation im Dorf halten“, appelliert Alfred Wolz, Bürgermeister von Windelsbach, an die Zuhörer. Auch die Gemeinde habe Interesse, dass es keinen Leerstand gibt. Vor allem jedoch für die Eigentümer selbst bedeute eine Nicht-Nutzung einen Verlust. Die Bausubstanz verschlechtert sich, das Gebäude verliert an Wert. Bei Vermietung und Verkauf zählt der Gesamteindruck – und da mache ein herunter gekommener Zustand kein gutes Bild. „Die Gedanken und Veränderungen beginnen im Kopf. Und dabei gibt es keinen Königsweg. Jeder kann aber aus dem Vorhandenen was Gutes machen“, so sein Plädoyer. Umnutzung Wohnraum, Gewerbe, Büro Wohnraum zu schaffen sei dabei eine Variante. Schließlich ist dieser gefragt. Ebenso lassen sich landwirtschaftliche Bauten für Gewerbe, Büro- oder Lagerflächen oder für eine Produktion nutzen. Jeder muss seine eigenen Visionen entwickeln. Umnutzungen sind genehmigungspflichtig. Bei Umbauten sind behördliche Auflagen, wie z.B. ausreichend Stellplätze oder Vorgaben zum Brandschutz zu beachten. Bürgermeister Wolz dazu: „Das muss im Einzelfall geklärt werden. Es gibt immer Lösungen. Und zuweilen kommt bei einem Umweg sogar etwas Besseres heraus als das was ursprünglich geplant war.“

    Vom Seniorenstift bis zum Unterstand für Wohnmobile

    Auch Carolin Kastner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach hält dazu an, sich die eigenen Umstände vor Augen zu führen. Wie ist der Standort? Welche Stärken und Talente hat die Familie? Wie schaut es mit verfügbaren Arbeitskräften aus? Wieviel Kapital will man investieren? Sie zeigt zahlreiche Einkommensmöglichkeiten in haushaltsnahen Dienstleistungen und mit Produkten vom Bauernhof auf. Klassisch sei Urlaub auf dem Bauernhof. Dieser ist allerdings sowohl arbeits- wie kapitalintensiv. Weniger investieren muss man in der Regel im Erlebnis-Bereich, wo meist ein Aufenthaltsraum mit Toiletten ausreichend ist. Direktvermarktung, z.B. im Bauernhofcafe sei ebenfalls interessant. Immer mehr in den Fokus rückt betreutes Wohnen, z.B. als Seniorenstift. Für umfassende Dienstleistungen kann dabei mit Kooperationspartnern zusammen gearbeitet werden. Zudem gebe es im landwirtschaftsnahen Dienstleistungsbereich viele Wege. Ob Reitschule oder Bauernhofmuseum – man dürfe durchaus ein wenig quer und exotisch denken. Klassisch sei die Vermietung gewerblicher Räume. Landwirtschaftliche Gebäude könne man auch für die Unterstellung von Wohnmobilen nutzen. Das sei momentan nachgefragt. Wichtig ist professionelles Anbieten mit zusätzlichem Service, wie beispielsweise TÜV-Vorbereitungen. „Seien sie neugierig, schauen sie sich um und holen Sie sich Unterstützung – im Bekanntenkreis und von Beratern“, rät Carolin Kastner.

    Weitere Informationen finden Sie im BLW-Beitrag KW 50 hier.