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Andrea Augustin
Andrea Augustin

Telefon: 08431 6499-8080

Hofübergaben, Erbregelungen, der Umgang mit externen Mitarbeitern oder die Einheirat in einen landwirtschaftlichen Betrieb bergen viel Konfliktpotential. Oft sind es auch nur Kleinigkeiten, die sich aufschaukeln und zu kräftezehrenden Streitigkeiten führen können. Im schlimmsten Fall verhärten sich die Fronten. Die Parteien sprechen nicht mehr miteinander, gehen sich aus dem Weg, ziehen sich zurück. Die Problemlösung aus eigener Kraft scheint unmöglich. Für diese Menschen können Hilfsangebote wie Coaching oder Mediation ein sehr sinnvoller Ausweg sein.

Mediation und Coaching werden im landwirtschaftlichen Umfeld bisher eher selten in Anspruch genommen – obwohl Konflikte zwischen den Generationen, in der Ehe und mit Berufskollegen recht häufig vorkommen. Damit die friedliche Beilegung von Konflikten nicht an fehlenden Informationen scheitert, können Sie jetzt anonym, kostenfrei und unverbindlich anrufen und in einem persönlichen Gespräch individuelle Fragen klären.

Beispiele für Konflikte, bei denen sich Coaching und Mediation bewährt haben:

  • Partnerschaftskonflikte bis hin zur Vorbereitung einer Scheidung 
  • Generationenkonflikte 
  • Vorbereitung einer Hofübergabe 
  • Klärung der eigenen Ziele: Wohin will ich im Leben, wie kann ich es schaffen? 
  • Konflikte am Arbeitsplatz 
  • Konflikte in Gemeinschaften

Kostenlose Erstinformation

Haben Sie Kontroversen zu lösen und denken über die Unterstützung durch einen Mediator, Coach oder Schlichter nach? In einem kostenlosen Erstgespräch erfahren Sie von qualifizierten Kollegen aus der Maschinenring Organisation, welche Möglichkeiten es gibt.

  • In einem ca. 15minütigen Gespräch haben Sie die Möglichkeit, Ihren Fall zu schildern 
  • Auf Wunsch können wir anschließend einen Rückruf durch einen Mediator organisieren.

Die Telefonnummern der kostenlosen Erstinformation zu den Themen Mediation, Streitschlichtung und Coaching sind für alle Maschinenring-Mitglieder freigeschaltet.
Unter 08431 6499-8080 stehen wir für alle Anfragen bereit.

Herausforderung Hof-Übergabe

Wie positiv sich das Zusammenleben und -arbeiten auf dem Hof entwickeln kann, wenn alle Beteiligten den Mut fassen und aktiv aufeinander zugehen, das zeigt das Beispiel einer Maschinenring- Mitgliedsfamilie.
Auf dem Ackerbaubetrieb herrschte zwischen dem 74-Jährigen Vater und seiner 28-Jährigen Tochter und Hofnachfolgerin schon seit vielen Monaten Eiszeit, als sich die verzweifelte Mutter (60) bei dem Mediator des Bundesverbandes der Maschinenringe meldete: Es gehe so nicht mehr weiter, sie sei am Ende ihrer Kraft, die Familie und letztlich auch der Betrieb drohten zu zerbrechen.

 

Der Konflikt

„Es gibt ständig Streit. Unsere Tochter will loslegen, will Ideen aus dem Agrar- Studium umsetzen und auch die praktische Arbeit auf dem Acker übernehmen. Und mein Mann bremst sie dann immer aus“, erzählte die verzweifelte Anruferin.

Sie musste den Frust von allen Beteiligten aushalten, denn Vater wie Tochter sprachen nicht mehr miteinander, sondern beschwerten sich abwechselnd bei ihr in der Küche über den anderen. So war trotz bester Voraussetzungen – das einzige Kind ist begeistert von der Landwirtschaft und hat sich für die Betriebsübernahme gut ausbilden lassen – eine schier unlösbare Situation entstanden: Hofnachfolgerin und Betriebsleiter arbeiten nicht miteinander, sondern eher gegeneinander. An eine vernünftige Zukunftsplanung des eigentlich stabilen Ackerbaubetriebs war in dieser Situation nicht zu denken.

  • Phase 1: Vorbereitung und Voraussetzungen

    Das Zerbrechen der Familie und des Betriebs vor Augen, hat die Mutter auf den Rat des Mediators hin die ganze Familie an einen Tisch geholt – mit der klaren Ansage, dass ein externer Berater zur Unterstützung gesucht werden soll. Nach einigem Zögern waren Vater und Tochter bereit, mitzumachen. Es war dabei allen Beteiligten klar, dass die Mediation harte Arbeit werden würde – denn der Mediator kann die Probleme der Familie nicht lösen, sondern nur die nötigen Anstöße dazu geben.

    DAS SAGT DER MEDIATOR DAZU: Das Wichtigste ist, wieder miteinander zu reden. Das ist etwas ganz Grundlegendes: zu lernen, die eigenen Bedürfnisse klar zu formulieren und dem anderen gut zuzuhören, wie es bei ihm ausschaut. Das kann bei vielen Familien auch ohne Hilfe von außen gut funktionieren, wenn man zum Beispiel Rituale wie ein gemeinsames Frühstück oder Abendessen einführt. Wenn aber wie im Fall hier die Probleme zu tief sitzen, dann kann der Schritt zur Konfliktberatung auch befreiend wirken: Jetzt passiert endlich etwas! Wichtig ist dabei, dass wirklich alle Beteiligten bereit sind, mitzumachen. Dann ist schon eine hohe Hürde in Richtung einer guten Lösung genommen.

  • Phase 2: Der erste Besuch beim Mediator

    Zur Mediation sind Vater und Tochter allein gefahren. Beiden war ein Gespräch auf neutralem Boden am liebsten, also sind sie ins Büro des Mediators gefahren.
    Nachdem klare Gesprächsregeln festgelegt waren (einander aussprechen lassen, Handys bleiben aus), ging es direkt zur Sache: „Der Einstieg war hart“, sagt die Tochter, „ich habe dem Papa vorgeworfen, ein engstirniger alter Mann zu sein, der nichts Neues akzeptieren kann, und er hat gesagt, ich hätte keine Ahnung, wie man einen Betrieb führt. Da sind die Emotionen ganz schon hochgekocht und es hat auch Tränen gegeben“. Vater und Tochter sollten erklären, was sie sich vom anderen konkret wünschen. Da kam nach einer Weile die überraschende Wahrnehmung des Mediators: „Ich habe das Gefühl, Sie sind gar nicht so weit voneinander weg. Sie suchen beide vom anderen ein Stück weit mehr Wertschätzung.“

    So konnte aus dem emotionsgeladenen Gespräch mit vielen gegenseitigen Vorwürfen langsam ein konstruktives Aufeinander- Zugehen werden. „Es tut erst einmal weh, die Gefühle hinter all den Konflikten freizulegen“, so die Tochter, „aber am Ende tut es richtig gut.“

    DAS SAGT DER MEDIATOR DAZU: Gerade im landwirtschaftlichen Umfeld spricht man über Gefühle nicht so gern. Deswegen braucht es oft die Unterstützung von außen, um zu erkennen: Es geht nur vordergründig um die Einführung einer neuen Fruchtfolge oder den Bau des neuen Stalls. Wir haben mit Familienbetrieben zu tun. Privates und Berufliches gehen fließend ineinander über. Es sind gegenseitige Erwartungen da, die aber oft nicht ausgesprochen werden. So wird dann aus Alltäglichem ein riesiger Graben, den es zu überwinden gilt. Im Kern sind es emotionale Konflikte: Hör mir zu, erkenne mich an, gib mir eine Chance. Wenn man es schafft, zu diesem Kern vorzudringen, ist schon sehr viel erreicht.

  • Phase 3: Lösungen finden

    Für Vater und Tochter wurde im Verlauf der Beratung klar: Sie müssen aufhören, sich bei Konflikten aus dem Weg zu gehen – der Vater ist bisher oft stocksauer auf den Schlepper gestiegen und aufs Feld gefahren, die Tochter hat sich zu ihren Freundinnen geflüchtet und ist manchmal mehrere Tage nicht mehr aufgetaucht – und stattdessen dem Konflikt frühzeitig das Gewicht nehmen.
    „Ganz wichtig war für uns, dass wir uns intensiv mit unserer Rollenverteilung im Alltag auf dem Hof beschäftigt haben“, sagt der Vater. Er musste zugeben, dass er seine Tochter lieber am Herd stehen sieht als neben dem Güllefass – und dass er ihr dadurch immer wieder das Gefühl gibt, sie als Nachfolgerin nicht ernst zu nehmen. Ein wichtiger Lösungsansatz war es für Vater und Tochter deshalb, die praktischen Aufgaben auf dem Betrieb klar aufzuteilen. Der Vater hilft seiner Tochter, wenn sie danach fragt. Ansonsten lässt er sie ihre eigenen Erfahrungen sammeln. Auf einer Teilfläche kann sie den Bioanbau testen. Diese Vorsätze sind in einer Art „Abschlussvereinbarung“ auch schriftlich festgehalten worden.

    Über die konkreten Alltagssituationen hinaus sind Vater und Tochter unter der Anleitung des Mediators auch die großen betrieblichen Ziele angegangen: Wohin soll sich der Hof in Zukunft entwickeln? Weil der Verlobte der Tochter bei einer Bank arbeitet und nicht auf dem Betrieb einsteigen will, stellte sich hierbei schnell die Frage, wer die Arbeit in Zukunft bewältigen soll. Mehr externe Mitarbeiter als bisher sowie mehr überbetriebliche Auftragsvergabe könnten das Problem entschärfen, darin sind sich Vater und Tochter einig geworden.

    Durch all diese ganz praktischen Schritte ist das gegenseitige Vertrauen gewachsen. Als Termin für die Betriebsübergabe wurde der 1. Mai 2018 festgelegt.

    DAS SAGT DER MEDIATOR DAZU: Man sieht hier schön, wie viel positive Energie frei wird, wenn zwei Partner wie hier Vater und Tochter wieder auf Augenhöhe miteinander reden und sich gegenseitig mit Respekt behandeln. Die Erfahrung des Vaters wird wertgeschätzt, wenn er weiterhin eine wichtige Rolle auf dem Betrieb spielt und für Fragen jederzeit zur Verfügung steht. Die Tochter spürt endlich mehr Vertrauen des Vaters und seine Bereitschaft, ihre Ideen anzuhören. Wenn die negativen Emotionen weg sind, kann man gemeinsam mit klarem Kopf die Zukunft planen. Es muss dabei immer klar sein: Wir wollen eigentlich das Gleiche – einen gesunden, zukunftsfähigen Betrieb.

  • Phase 4: Die Umsetzung im Alltag

    Zwei Monate nach der Mediation sagt die Mutter: „Es scheppert immer noch manchmal zwischen den beiden, aber sie fangen sich jetzt wieder und reden dann miteinander. So, wie es jetzt ist, ist es gut.“

    DAS SAGT DER MEDIATOR DAZU: Alle Beteiligten müssen gut aufpassen, nicht wieder in alte Verhaltensmuster zurückzufallen. Es sollten regelmäßig Gespräche stattfinden, am besten in einem Rahmen wie dem gemeinsamen Abendessen oder bei einem gemeinsamen Rundgang durch den Hof. Man sollte immer wieder überprüfen, ob sich alle Beteiligten auch wirklich an die Vereinbarungen halten.

Seminare können helfen

Seminare können helfen, konkrete Lösungsansätze zu finden. 
Es gibt immer eine Lösung – auch wenn die Situation verfahren und die Stimmung zwischen den Generationen angespannt ist. Um miteinander ins konstruktive Gespräch zu kommen, gibt es erprobtes Handwerkszeug, das jeder kennen sollte. Die Methoden dazu werden in zwei neuen Seminaren vermittelt, die die Akademie der Maschinenringe entwickelt hat.

Neu ist dabei, dass ein Mediator/Coach und ein erprobter Maschinenring- Berater ein Trainer-Team bilden. Denn in landwirtschaftlichen Familien gehört das Zusammenleben und die Entwicklung des Betriebs so eng zusammen, dass beides auf den Tisch gehört. In den zweitägigen Seminaren „Zukunftsfähigkeit entwickeln“ und „Konfliktmanagement für Landwirte“ geht es deshalb darum, die Voraussetzungen für eine optimale Zukunftsplanung zu schaffen. Die Lösung betrieblicher Fragen gehört ebenso dazu wie die Behandlung von persönlichen Konflikten. 

Nutzen Sie das Angebot der Akademie der Maschinenringe und finden Sie Ihr passendes Seminar. 
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