Verschärfung Düngeverordnung

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    Mit der am 28.04.2020 in Kraft getretenen Düngeverordnung 2020 sind ab diesem Zeitpunkt folgende Verschärfungen einzuhalten:

    1. Einführung einer schlagbezogenen Aufzeichnung von Düngungsmaßnahmen innerhalb von 2 Tagen nach jeder Düngung mit folgenden Angaben:

    • Eindeutige Bezeichnung des Schlages oder der Bewirtschaftungseinheit
    • Größe des Schlages oder der Bewirtschaftungseinheit
    • Art und Menge des ausgebrachten Düngers
    • Die ausgebrachte Menge an Gesamtstickstoff und Phosphat, bei organischem Düngemittel neben der Menge an Gesamtstickstoff auch die Menge an verfügbarem Stickstoff (NH4-N).

    Die ausgebrachten Mengen der Nährstoffe sind bis zum Ablauf des 31. März 2021 zu einer jährlichen betrieblichen Gesamtsumme des Nährstoffeinsatzes zusammen-zufassen.

    Von der Aufzeichnungspflicht befreit sind Betriebe, die weniger als 15 ha LF bewirtschaften, höchstens 2 ha Gemüse, Hopfen, Wein oder Erdbeeren anbauen und einem jährlichen Nährstoffanfall aus Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft von nicht mehr als 750 kg Stickstoff aufweisen sowie keine außerhalb des Betriebes anfallenden Wirtschaftsdünger und Gärreste ausbringen.

    Ebenso von der Aufzeichnungspflicht befreit sind sog. „grüne Betriebe“, d.h. Betriebe mit mehr als 80 % grüner Fläche, bis 30 ha Fläche mit weniger als 110 kg N/ha Nährstoffausscheidung und keiner Wirtschaftsdüngeraufnahme. Diese Betriebe sind auch von der Düngebedarfsermittlung und Düngebilanz befreit.

    Aufzeichnungsformulare für die Düngedokumentation finden Sie Hier.

    2. Aufzeichnung von Weidehaltung

    Bei Weidehaltung hat der Betriebsinhaber die Zahl der Weidetage sowie die Art und Zahl der auf der Weide gehaltenen Tiere nach Abschluss der Weidehaltung aufzuzeichnen.

    3. Verschärfung der Gewässerabstände

    Zusätzlich ist die Verschärfung der Gewässerabstände zu beachten. Vor allem bei Flächen neben Gewässern mit Hangneigung größer 5 % sind Erhöhungen der Abstände mit Düngeverbot und zusätzlichen Auflagen zu beachten. Auf ibalis können Sie bei der Feldstückskarte die "Karte Hangneigungsklassen Düngeverordnung" hinzufügen. Dort sind die verschiedenen Hangneigungsklassen Ihrer Flurstücke angegeben.

    bis 5 % Hangneigung auf den ersten 20 m:

    4 m Düngeverbot, reduziert auf 1 m, wenn Streubreite gleich Arbeitsbreite

    5 – 10 % Hangneigung auf den ersten 20 m:

    a) 3 m Düngeverbot,

    b) zwischen 3 und 20 m neben Gewässern:

    - auf unbestellten Ackerflächen vor der Aussaat oder Pflanzung nur bei sofortiger Einarbeitung

    - auf bestellten Ackerflächen mit Reihenkultur mit einem Reihenabstand von 45 Zentimetern und mehr nur bei entwickelter Untersaat oder bei sofortiger Einarbeitung, ohne Reihenkultur nur bei hinreichender Bestandsentwicklung oder nach Anwendung von Mulchsaat- oder Direktsaatverfahren.

    10 - 15 % Hangneigung auf den ersten 20 m:

    a) 5 m Düngeverbot

    b) zwischen 5 und 20 m neben Gewässern:

    - auf unbestellten Ackerflächen vor der Aussaat oder Pflanzung nur bei sofortiger Einarbeitung

    - auf bestellten Ackerflächen mit Reihenkultur mit einem Reihenabstand von 45 Zentimetern und mehr nur bei entwickelter Untersaat oder bei sofortiger Einarbeitung, ohne Reihenkultur nur bei hinreichender Bestandsentwicklung oder nach Anwendung von Mulchsaat- oder Direktsaatverfahren.

    Maximale Düngungshöhe pro Ausbringung auf dem gesamten Schlag: 80 kg/ha Gesamt-Stickstoff

    > 15 % Hangneigung auf den ersten 30 m:

     

    a) 10 m Düngeverbot, auf der restlichen Flächen des Schlages auf unbestelltem Ackerland sofortige Einarbeitung des Düngers

    b) zwischen 10 und 30 m neben Gewässern :

    - auf unbestellten Ackerflächen vor der Aussaat oder Pflanzung nur bei sofortiger Einarbeitung

    - auf bestellten Ackerflächen mit Reihenkultur mit einem Reihenabstand von 45 Zentimetern und mehr nur bei entwickelter Untersaat oder bei sofortiger Einarbeitung, ohne Reihenkultur nur bei hinreichender Bestandsentwicklung oder nach Anwendung von Mulchsaat- oder Direktsaatverfahren.

    Maximale Düngungshöhe pro Ausbringung auf dem gesamten Schlag: 80 kg/ha Gesamt-Stickstoff

     

    4. Beschränkung flüssiger Wirtschaftsdünger ab 01.09. und neue Sperrfirsten

    - Maximale Düngungshöhe auf Grünland und mehrjährigem Ackerfutter ab 01.09. bis Beginn Sperrfrist maximal 80 kg/ha Gesamt-N.

    - Sperrfrist Stallmist/Kompost wird um 2 Wochen verlängert von 01.12. - 15.01.

    - Neue Sperrfrist für phosphathaltige Düngemittel vom 1.12. - 15.01.