Die Maschinenkosten sind Teil der Arbeitserledigungskosten und setzen sich aus den festen und variablen Kosten zusammen. Die Festkosten einer Maschine sind jedes Jahr gleich. Sie lassen sich aus dem Anschaffungswert, der Nutzungsdauer, dem Restwert, einem Zinsanspruch und einem Ansatz für Unterbringung und Versicherung errechnen.

Stimmen die Daten?
Die variablen Kosten sind die tatsächlich pro Stunde anfallenden Kosten wie Treib- und Schmierstoffe sowie Wartung und Reparaturen. Hier greift man in der Regel auf KTBL-Basisdaten zurück, da eigene Aufzeichnungen meist nicht vorliegen. Es ist auch gar nicht so einfach die Kosten exakt zu bestimmen. Denn in jede Berechnung fließen viele Annahmen ein. Das beginnt beim Verkaufspreis, der mit Verhandlungsgeschick gesenkt werden kann. Auch über die Länge der Nutzungszeit diskutieren Praktiker gerne. Ebenso ist Spielraum bei den Wartungs- und Reparaturkosten – in Eigenregie kann so manches günstiger ausgeführt werden.

Hohes Einsparungspotenzial
Gabriel Baum von der Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume (LEL) in Schwäbisch Gmünd hat sich dennoch an die Berechnungen gemacht. Am Beispiel eines 175 PS-Schleppers mit einem relativ moderaten Anschaffungspreis von 120.000 Euro netto kalkuliert er die Kosten.

Seine Berechnungen zeigen: Ein Schlepper dieser Größenordnung kostet als eigene Maschine bei 300 Einsatzstunden pro Jahr 67 Euro/Stunde. Im Vergleich sind für einen Mietschlepper 48 Euro zu zahlen. Das ist mehr als ein Viertel weniger! Auf das gesamte Jahr gerechnet, ergeben sich über 5.600 Euro an Einsparungspotenzial, in zehn Jahren über 56.000 Euro. Bei 400 Einsatzstunden errechnet sich bei Eigenmechanisierung ein Nachteil von jährlich über 3.250 Euro bzw. über 32.000 Euro in zehn Jahren.

Nicht berücksichtigt wurden in den Berechnungen der höhere Organisationsaufwand und ggf. eine eingeschränkte Verfügbarkeit der Miet-Technik. Beides ist ökonomisch schwer zu greifen.

Formel zum Mindesteinsatz kennen
Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit ist die jeweilige Auslastung der Maschine. Mit der entsprechenden Formel kann man die Einsatz-Schwelle berechnen, ab wann ein eigener Schlepper günstiger ist als ein Mietschlepper oder ein Traktor eines Kollegen. Unter den beschriebenen Annahmen lag für den 175 PS-Schlepper die Schwelle zur Kostengleichheit von Eigenmechanisierung und Mietschlepper bei 530 Stunden Einsatzumfang. Dabei wurden die Verrechnungssätze der Maschinenringe in Baden-Württemberg als Basis zugrunde gelegt. Da sie eine Empfehlung darstellen und nicht bindend sind, wurde mit einem Abschlag auf die Sätze von 15 Prozent gerechnet.

Berechnung der Festkosten einer Maschine

Ausgehend vom Neuwert einer Maschine sind die Festkosten pro Jahr zu errechnen. Dazu werden die Posten Abschreibung, Zinsen, Unterbringung/Versicherung zusammengerechnet.

  • JÄHRLICHE ABSCHREIBUNG = (A-R) : N
  • ZINSEN = (A-R) / 2 x i
  • UNTERBRINGUNG & VERSICHERUNG = 1,3 bis 2 % von A

A=Anschaffungskosten, R=Restwert, i=Zinssatz, N=Nutzungsdauer

Mindestauslastung online berechnen

Berechnen Sie ganz einfach online die Mindestauslastung von Maschinen pro Jahr mit unserem online Rechner. 

HIER KLICKEN & ONLINE BERECHNEN

Übersicht Vor- und Nachteile

Vor- und Nachteile Kauf

+ Verfügbarkeit
+ bei hoher Auslastung geringe Kosten


Kapitalbedarf, Kreditlinie belastet
-  hohe Kosten bei niedriger Auslastung
-  unsicherer Restwert
-  Reparaturkostenrisiko

Vor- und Nachteile Miete

geringer Kapitalbedarf, keine Belastung der Kreditlinie
+  Kurze Laufzeit = schnelle Anpassung an betriebliche Entwicklung
geringe Kosten/Std. bei niedriger Auslastung
+  keine Reparaturkosten
+  keine Kosten für UNterstand
+  genau kalkulierbare Kosten

-  höherer Organisationsaufwand,
   Planung und Absprachen nötig
-  Eingeschränkte Verfügbarkeit
-  ggf. negative Auswirkungen auf 
   Arbeitswirtschaft und Pflanzenbau
-  Rüstzeiten