Batteriespeicher: Kostenneutral und Netzentlastend

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    Aachen (energate) – Die verbreitete Nutzung von Solarstromspeichern verursacht nur geringe zusätzliche Energiewendekosten. Das geht aus dem Monitoringbereich der RWTH Aachen zur KFW-Speicherförderung hervor, den die Wissenschaftler nun veröffentlicht haben. Ihren Angaben zufolge haben die Betreiber von Solaranlagen in Kombination mit einem Batteriespeicher im vergangenen Jahr rund 165 Mio. kWh Solarstrom lokal selbst verbraucht. Die den Netzbetreibern dadurch entgangenen Netzentgelten und Konzessionsabgaben beliefen sich insgesamt auf 13 Mio. Euro. Parallel hätten die Solaranlagenbesitzer durch den geringeren Netzbezug rund neun Mio. an EEG-Umlage nicht gezahlt. Auf der Gegenseite hätten die Selbstversorger das EEG-Konto um 21 Mio. Euro entlastet, da für die selbstverbrauchten Strommengen keine Vergütung anfällt. Die Gesamtbilanz von Steuern, Umlagen und Abgaben sei für 2016 damit „etwa ausgeglichen“, heißt es im Abschlussbericht.

    Aufnahmefähigkeit der Verteilnetze verdoppelt
    Ende April 2017 waren laut Bericht rund 61.000 Solarstromspeicher mit einer kumulierten nutzbaren Speicherkapazität von etwa 400.000 kWh ans Netz angeschlossen. Die anspruchsvollen technischen Rahmenbedingungen der KFW-Förderung hätten dabei einen „messbar positiven Einfluss auf die gesamte Marktentwicklung“ entfaltet, resümieren die Aachener Wissenschaftler. Sie betonen etwa die netzdienliche Funktionsweise der Batteriespeicher. Die KFW-Förderung erhalten nur solche Speichersysteme, die die maximale Einspeiseleistung der Solaranlage auf 50 Prozent begrenzen. Eine Ausstattung von Solaranlagen mit Speichern verdoppelt somit die Aufnahmefähigkeit der Verteilnetze für die Einspeisung von Solarstrom.

    Weitere Preissenkungen erwartet
    Die Studie belegt auch den Preisrutsch der Speichersysteme in jüngster Vergangenheit. Die Kosten für Lithium-Ionen-Speichersysteme seien in den letzten vier Jahren um mehr als 50 Prozent gefallen. Aktuell liege der durchschnittliche Endverbraucherpreis „unterhalb von 1.500 Euro/kWh“. Der Markteintritt mehrerer großer Unternehmen aus der Automobilbranche in den Speichermarkt habe die Erwartungen an weitere Preissenkungen verstärkt. Zugleich geht aus dem Marktüberblick hervor, dass Player aus der Autobranche bislang kaum Absätze generieren. Tesla kommt mit seiner „Powerwall“ für 2016 auf einen Anteil von weniger als fünf Prozent an den erteilten KFW-Förderungen, Daimler auf weniger als ein Prozent. Die nach Marktanteilen größten Anbieter heißen weiterhin Sonnen, Deutsche Energieversorgung (DEV) mit der Marke „Senec“ und die EWE-Tochter E3/DC.

    Wirtschaftlichkeit steht nicht im Vordergrund
    Die Analyse erfasst nicht die Wirtschaftlichkeit der Speicher. Sie belegt gleichwohl, dass bei vielen Käufern wirtschaftliche Erwägungen nicht gerade im Vordergrund stehen. Einen wirtschaftlich profitablen Betrieb des Speichersystems erwarten nur rund 60 Prozent der befragten Betreiber. Zu den Hauptmotivatoren gehören indes der persönliche Beitrag zur Energiewende, die Absicherung gegen steigende Strompreise und ein grundsätzliches Interesse an der Technologie.

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