Klimawandel - abwarten, anpassen oder gegensteuern?

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    Die Landwirtschaft ist von äußeren Einflüssen abhängig. Extremwetterlagen ist der Agrarsektor auch im 21. Jahrhundert weitgehend hilflos ausgeliefert - besonders Trockenheit und Überschwemmungen sorgen weltweit für Ernteausfälle bis hin zu Hungersnöten. Die Frage, welche Entwicklung das Klima weltweit in den kommenden Jahren nehmen wird, ist für Landwirte also existenziell wichtig. Wir haben bei Fachleuten nachgefragt, welche Strategie sinnvoll erscheint. 

    Alle Meinungen von unseren Fachleuten finden Sie im aktuellen Maschinenring-Magazin. Exklusiv haben wir online eine Meinung für Sie vorgezogen:

    Frank Bandle, Der Diplom-Metereologe bietet über das Unternehmen weather365 Dienstleistungen wie Wetterprognosen und -analysen an. Seine Meinung:

    Der Klimawandel findet definitiv statt, daran gibt es wissenschaftlich keinen Zweifel mehr. Deshalb kommt gerade die Landwirtschaft um eine Anpassung gar nicht mehr herum. Auch das Gegensteuern in Form von massiver CO-Einsparungen ist extrem wichtig, aber natürlich muss das eine gemeinsame Anstrengung der ganzen Welt werden. Da ist es schwer, als einzelner etwas zu bewirken. Aber die Haltung "Ich fange erst an, wenn der Nachbar auch anfängt" ist im Kleinen wie im Große ein riesiges Problem: Jeder wartet ab, passieren tut viel zu wenig.
    Die letzten drei Jahre waren drei Rekordjahre in Folge, was die globale Durchschnittstemperatur angeht. Und je wärmer die Atmosphäre ist, desto mehr Energie ist dort gespeichert. Diese Energie hat Zerstörungspotenzial: Sie kann sich in Unwettern, Starkregen, Hagel und Tornados entladen. Regionale Wetterextremen werden deshalb weiter zunehmen, im Süden von Deutschland durch Starkregen, Überschwemmungen und Unwetter, in anderen Gebieten durch extreme Trockenheit. 

    Anpassung ist nötig!
    Jeder Landwirt sollte sich überlegen, wie eine geeignete Anpassung in seiner Region aussehen kann. Eine Lösung für alle gibt es nicht. Neues Saatgut, bisher unübliche Kulturen wie Wein oder Soja auf breiten Anbauflächen, ackerbauliche Maßnahmen, damit auch bei Starkregen die fruchtbare Erde nicht weggeschwemmt wird, Sicherung der Wasserreserven bei zunehmender Bewässerung  - das sind Themen, die in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen werden. 

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