• Austauschlandwirte von der AG Brasil.

    Vier Meinungen - Brasilianische Landwirte

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    „Noch vor drei Jahren habe ich unsere 800 Schweine mit der Schubkarre gefüttert.“ Dieser Satz fällt auf der Agritechnica 2019 am Stand der Maschinenringe. Gesagt hat ihn Fabio Wunder, 25, aus Concordia im Süden Brasiliens. Diese und andere Sätze von vier jungen Austauschlandwirten aus Brasilien haben wir in unserer aktuellen Ausgabe des Maschinenring Magazins abgedruckt. Daraufhin haben uns Leser geschrieben und kritisiert, dass diese Sätze falsch und schlecht recherchiert sind. Das Produktionsvolumen der brasilianischen Landwirtschaft, und das ist absolut richtig, ist gigantisch. Theoretische Berechnungen kommen zu dem Ergebnis, dass das Land eine Milliarde Menschen ernähren könnte. Das gelingt natürlich nicht mit Schubkarren und reiner Handarbeit. Dennoch: Die vier Meinungen der vier jungen Brasilianer sind weder falsch noch schlecht recherchiert. Sie spiegeln einen kleinen, subjektiven Eindruck wider. Sie sind so etwas wie ein Schlaglicht, geworfen auf ein Land, das Deutschland 23 Mal in sich aufnehmen könnte.

    Der 24 Jährige Nilmar Weiland kommt aus Itapiranga. Nur wenige Kilometer westlich endet Brasilien und auch jede landwirtschaftliche Nutzung. Die Grenze zu Argentinien ist aus der Luft zu erkennen, der Grenzfluss Arroyo Pepiri Guazú trennt den argentinischen Regenwald im Westen von den kleinen Feldern auf der brasilianischen Seite im Osten. Hier in dieser Gegend ist die Landwirtschaft kleinteilig, das Gelände schwierig. Mit den landwirtschaftlichen Betrieben in der Mitte und im Norden des Landes ist dieser Teil Brasiliens nicht zu vergleichen. Genau dort möchte Nilmar Weiland später arbeiten: Im Norden, auf einer der großen Rinderfarmen. Dort ist die Arbeit modern und maschinell, eben ganz anders, als auf dem ehemaligen Hof seiner Großeltern.

    100.000 Hektar Nutzfläche und mehr

    Wer nach der Stadt Luis Eduardo Magalhães im Internet sucht und sie sich auf Satellitenfotos anzeigen lässt, der sieht landwirtschaftliche Nutzflächen, die sich über dutzende Kilometer erstrecken. Sie sind so groß, dass sie aus der Luft ohne weiteres zu erkennen sind. Hier wirtschaften Betriebe mit 100.000 Hektar Nutzfläche und mehr, die sogenannten Latifundios. Das sind multinationale Konzerne, die größtenteils Monokulturen für den Export anbauen.

    Von dieser Welt sind Menschen wie Nilmar oder Fabio und ihre Familien weit entfernt. Das hätten wir in unserem Artikel deutlich hervorheben müssen. Für diesen Fehler möchten wir uns entschuldigen. Genau deshalb legen wir Ihnen die vier Meinungen der vier Austauschlandwirte ans Herz. Sie sprechen nicht für ganz Brasilien, aber für einen Teil des Landes. Sie offenbaren uns einen Einblick in einen riesigen Staat, in dem die Landwirtschaft stetig wächst, während andere Teile der Wirtschaft stagnieren. Ein Land, in dem – so beschreibt es Ciaro Long in einem Artikel bei der Deutschen Welle – ein Konflikt tobt, „bei dem sich zwei grundsätzliche Ideen gegenüber stehen.“

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