Ist der Weideschuss das bessere Schlachten?

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Das Bild wirkt drastisch, aber es soll dem Tier Stress ersparen, den beispielsweise der Transport zum Schlachter verursacht. Bei der Weideschlachtung wird das Rind in seiner gewohnten Umgebung durch einen gezielten Schuss betäubt oder direkt getötet. Diese Form des Schlachtens ist erst seit 2011 und nur unter besonderen Bedienungen möglich. Erlaubt ist sie außerdem nur bei Tieren, die das ganze Jahr über auf der Weide leben. Wir haben Metzgermeister Stefan Wenisch und die studierte Agrarwissenschaftlerin Lea Trampenau gefragt, was für und was gegen diese Form des Schlachtens spricht.

CONTRA

Stefan Wenisch sieht die Weideschlachtung kritisch. Vor allem sieht er hygienische Bedenken, wenn das bereits tote Tier von der Weide zum Zerlegebetrieb gebracht wird. Auch merkt er an, dass es bei der Schlachtung immer zu Problemen kommen kann. Im Schlachtraum kann er eingreifen, auf der Weide wird das schon komplizierter. Er selbst schlachtet pro Jahr rund 100 Simmental-Ochsen aus dem eigenen Landwirtschaftsbetrieb. Um den Stress beim Transport so gering wie möglich zu halten, bekommen die Tiere einen Tag Ruhe nach der 45 minütigen Fahrt, bevor sie geschlachtet werden.

PRO

Lea Trampenau sieht dagegen viele Vorteile bei dieser Form des Schlachtens. Ein einzelnes Tier wird im gewohnten Herdenverband aus geringer Distanz mit einem Schuss in den Kopf betäubt beziehungsweise getötet. Dieser erfolgt in der Regel aus einer schallgedämpften Waffe. Die Herde reagiert auf diesen Schuss gering bis gar nicht. Außerdem werden sowohl den Landwirten wie auch den Tieren der Stress des Einfangens und des Transportierens erspart. Das führt auch zu einer höheren Fleischqualität.

Die komplette Argumentation von Stefan Wenisch und Lea Trampenau lesen Sie im aktuellen Maschinenring Magazin oder online in der Maschinenring Magazin App. Das Magazin können Sie über Ihren lokalen Maschinenring beziehen.