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31. Juli 202631.07.26

Artenvielfalt im Haferfeld

Bundesverband der Maschinenringe e.V
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Ökologischer Mehrwert und produktiver Ackerbau müssen kein Widerspruch sein. Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt das Innovationsprojekt „Blühhafer“. Seit dem Projektstart im April 2025 forschen am Fachgebiet Ökologischer Landbau der Hochschule für Technik und Wissenschaft Dresden Mitarbeiter an einer zukunftsweisenden Methode, um den klassischen Haferanbau durch gezielte Begleitpflanzen ökologisch aufzuwerten und gleichzeitig die landwirtschaftliche Produktivität zu sichern, informiert das Innovationsbündnis Land.Vision in einer Presseerklärung.

Ökologischer Mehrwert und produktiver Ackerbau müssen kein Widerspruch sein. Foto: HTW Dresden

Nach intensiver Vorarbeit im ersten Projektjahr liefern die aktuellen Entwicklungen auf den sächsischen Versuchsfeldern nun hochspannende Daten und zeigen: Der Blühhafer hält, was er verspricht. Von Mittelsachsen bis ins Vogtland wurden für das Projekt im Frühjahr vielseitige Versuchsreihen und Großparzellen etabliert. Seit Mai erfassen spezielle, passive Malaisefallen die Biomasse und Aktivität von Insekten direkt im Feld. Seit Anfang Juni sorgt die intensive Blüte für ein reiches Nahrungsangebot; Begleitpflanzen wie Dill und Fenchel bieten zudem Lebensraum für Insektenlarven. Die ersten Leerungen der Fallen im Juni zeigen in den Blühhafer-Parzellen bereits eine deutlich höhere Insektenbiomasse als in den Kontrollflächen.

Präzisionsarbeit im Frühjahr

Der Grundstein für die diesjährigen Erkenntnisse wurde im zeitigen Frühjahr gelegt. Zwischen März und April starteten die Versuchsreihen an drei ausgewählten sächsischen Standorten:

  • Helbigsdorf (Mittelsachsen): Hier begann Anfang März die Aussaat mit der Erprobung verschiedener Aussaatmuster, dem Anlegen von Großparzellen für die spätere Insektenerfassung sowie speziellen Versuchen zum Konkurrenzverhalten zwischen Hafer und Blühpartnern.
  • Adorf und Arnsgrün (Vogtland): Ende März und Anfang April wurde die identische Versuchsreihe im Vogtland fortgesetzt und erfolgreich abgeschlossen. Bereits Ende März konnte auf den zeitig bestellten Flächen der gleichmäßige Feldaufgang beobachtet werden – der Startschuss für eine vitale Vegetationsphase.
Dem Summen auf der Spur

Um den tatsächlichen Einfluss des Blühhafers auf die lokale Insektenwelt wissenschaftlich exakt zu belegen, wurden Anfang Mai insgesamt neun sogenannte Townes-Malaisefallen auf den drei Standorten installiert. Diese zeltartigen, passiven Fallensysteme fangen Insekten ohne Anlockwirkung im Vorbeiflug. Alle zwei Wochen werden die Fangflaschen durch das Projektteam entleert und neu bestückt. Über den gesamten Vegetationsverlauf hinweg entsteht so eine lückenlose und wertvolle Datenbasis über die Insektenbiomasse und die Aktivität der Nützlinge direkt im Haferfeld.

Gedeckter Tisch für Insekten

Seit Anfang Juni verwandeln sich die Versuchsfelder in ein blau-violettes Blütenmeer. Den Anfang machte die Phacelia (Bienenfreund), die sich aufgrund ihrer Wuchscharakteristik und ihrer hohen Attraktivität für Bestäuber als optimaler Mischungspartner im Hafer erweist. Doch das Konzept greift noch tiefer: Begleitpflanzen wie Dill und Fenchel bieten nicht nur wertvollen Nektar, sondern dienen auch den Raupen spezialisierter Schmetterlingsarten als wichtige Futterquelle. Die ökologische Wirkung dieser Vielfalt lässt sich bereits jetzt schwarz auf weiß belegen. Die Entleerung der Malaisefallen am Standort Adorf am 17. Juni 2026 zeigte ein deutliches Ergebnis: In den artenreichen Blühhaferparzellen wurde mehr Insektenbiomasse erfasst als in den klassischen, reinen Hafer-Kontrollflächen.

Verbindung von Forschung und Praxis

Die Initiative Land.Vision begleitet das Projekt von der ersten Stunde an. Die Aufgabe des Bündnisses ist es, die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus den sächsischen Modellregionen direkt in die landwirtschaftliche Praxis zu transferieren und den Austausch zwischen Erzeugern, Naturschutz und Forschung zu moderieren.

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