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13. Januar 202313.01.23
Der Druck lässt nach
Maschinenringe Deutschland GmbH

Zugegeben, das ist jetzt kein klassisches Thema für den Bereich Technik und Sicherheit, aber die Verbindung ist enger, als viele auf den ersten Blick glauben. Bei jeder Neuanschaffung von Technik, sei es der Schlepper, eine selbstfahrende Arbeitsmaschine oder auch ein angehängtes Arbeitsgerät, gilt es den Spagat zu schaffen zwischen maximaler Bodenschonung und legaler Straßenfahrt. Die Bereifung moderner Landtechnik hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich weiterentwickelt: Zum einen werden bedingt durch die stetig wachsenden Fahrzeuge und Arbeitsmaschinen auch immer größere und belastbarere Reifen notwendig. Mit jeder neuen Schleppergeneration und mit jeder neuen Baureihe bei den Mähdreschern werden die Räder höher und können auch höhere Lasten aufnehmen. Aktuelle IF-Reifen (Improved-Flexion-Reifen) oder sogar VF-Reifen (Very-High-Flexion-Reifen) zeigen ganz klar, was über eine maximale Aufstandsfläche in Verbindung mit einem reduzierten Reifeninnendruck auf dem Feld alles möglich ist. GRÖSSERE KONTAKTFLÄCHEN Durch eine sehr flexible Reifenflanke können die Kontaktfläche zum Boden abseits der befestigten Straßen stark erhöht werden und dadurch Bodenverdichtungen reduziert werden. Zum anderen kann durch eine konsequente Anpassung des Luftdrucks an den jeweiligen Einsatz und die notwendigen Radlasten viel optimiert werden. Der Boden dankt es einem auf jeden Fall! Auf den ersten Blick meist durch deutlich weniger tiefe Fahrspuren, bei genauerer Betrachtung durch weniger Verdichtung, also Schädigung der Bodenstruktur auch in der Tiefe. Gleichzeitig wurde eine Alternative zur klassischen Bereifung gerade bei selbstfahrenden Arbeitsmaschinen und leistungsstarken Schleppern konsequent vorangetrieben: der Raupenantrieb. Anfangs oft aus dem bloßen Glauben heraus eingesetzt, dass eine augenscheinlich große Aufstandsfläche immer besser für den Boden ist als die mehr oder weniger hohe Punktbelastung der damals vorhandenen Reifen, zeigte sich schnell, dass in der Raupe mehr Potenzial steckt. Nach ersten Testeinsätzen in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren wurde schnell klar, dass der aus der Baubranche bekannte Kettenantrieb nicht die Lösung für einen modernen Antrieb bei Landtechnik sein kann. Die Entwicklung der sog „Gummiraupen“, also Raupenantriebe mit Laufbändern statt mit Metallketten, hat für viele Einsätze in der Land- und Fortwirtschaft passende Antriebskonzepte hervorgebracht. Die sichtbar deutlich größere Aufstandsfläche wird durch moderne Konzepte auch tatsächlich immer bodenschonender. AUSGEKLÜGELTE FAHRWERKE Gerade am Anfang hatte sich nämlich herausgestellt, dass die Belastung für den Boden durch die Punktbelastung unter den Laufrollen nicht immer so viel geringer war als durch einen gut eingestellten Reifen. Lange Zeit war auch die Verteilung des auf dem Raupenlaufwerk lastenden Gewichts bei der Straßenfahrt in der Diskussion, dies konnte inzwischen geklärt werden. Inzwischen gibt es ausgeklügelte Fahrwerkskonzepte, die auch einen Einsatz auf Grünland ohne deutlich erhöhte Schäden an der Grasnarbe zulassen. Und durch die Vergrößerung der Aufstandsfläche in Längsrichtung kann die maximale Fahrzeugbreite deutlich besser eingehalten werden. Was beiden allerdings immer noch gemeinsam ist: Weder ein möglichst großer Reifen noch ein komfortabel gefedertes Raupenlaufwerk kann sich über die Gesetzgebung hinwegsetzen! Was auch immer beim Einsatz auf dem Feld mit einem „sollte leichter sein“, „die Radlasten sollten reduziert werden“, oder „ist eh alles zu schwer, aber ist halt so“ leicht ausgesprochen wird, wird für die Fahrt auf der Straße zu einer echten Herausforderung. Die bekannten Vorgaben aus der Gesetzgebung an Achslasten, Stützlasten und Fahrzeuggesamtgewichte sind klar formuliert und auch einzuhalten, genauso wie die maximale Fahrzeugbreite. Überschreitungen sind bei einer Kontrolle durch die Verwendung einer Waage oder eines Maßbands grundsätzlich leicht feststellbar und werden teils empfindlich sanktioniert, sowohl durch Geldstrafen als auch durch weitere Einschränkungen, wie der Untersagung der Weiterfahrt, sollte die Überschreitung zu hoch ausfallen. Die bekannten Grenzen von bis zu 40 t Zuggesamtgewicht und bis zu drei Meter Außenbreite gelten also nach wie vor. Alles, was darüber hinausgeht, bedarf der entsprechenden Ausnahmen, also meist einer Genehmigung nach § 70 StVZO und einer Erlaubnis nach § 29 StVO. FAZIT Es hat sich in der Landwirtschaft definitiv ein Bewusstsein entwickelt, den Boden möglichst schonend zu befahren. Dazu ist es notwendig, moderne Fahrwerks- und Bereifungskonzepte einzusetzen und sinnvoll zu kombinieren. Aktuelle Reifen und Raupenantriebe können einen großen Beitrag dazu leisten, nicht nur das wertvolle Gut „Boden“ zu schonen, sondern gleichzeitig auch legal im Straßenverkehr unterwegs sein zu dürfen.

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