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21. Dezember 202221.12.22
Der Horizont wird weiter
Maschinenringe Deutschland GmbH

Der Tag auf diesem Einsatzbetrieb beginnt ungewöhnlich früh für Betriebshelferin Lisa Bornhöft. Kurz nach vier Uhr startet der Melkgang. Aktuell ist das hier, auf einem Hof im Herzen von Schleswig-Holstein, nicht anders möglich. „Die Herde ist gewachsen, der Melkstand leider noch nicht“, gibt Hendrik Reese, erst seit wenigen Jahren Betriebsleiter, entschuldigend zu. Die kommenden vier Stunden wird Lisa Bornhöft gemeinsam mit einer Aushilfe die 160 Tiere melken. Normalerweise macht das Hendrik Reeses Vater, aber weil der wegen einer Krankheit ausfällt, ist Not am Mann. Ohne die Betriebshelferin vom Maschinenring würde es nicht gehen. AUF DEM WEG ZUR BETRIEBSLEITERIN Wie bei jedem Einsatz ist ihre Zeit auch auf diesem Betrieb begrenzt. Im Schnitt sind es vier Wochen. Lisa Bornhöft wird auch insgesamt nicht ewig als Betriebshelferin arbeiten, das steht für die 27-Jährige fest. Daheim wartet der eigene Betrieb auf sie, ein Reitstall. Von ihrer Entscheidung, vor der Betriebsübernahme einige Zeit als Betriebshelferin zu arbeiten, profitieren dennoch alle: ihr Maschinenring, die Landwirte und mr-betriebshilfe.de natürlich sie selbst. NACHWUCHSSORGEN Lisa ist eine von sechs festangestellten Betriebshelferinnen und Betriebshelfern des Maschinenrings Mittelholstein. „Mit diesem Team können wir unsere Mitglieder zuverlässig unterstützen“, sagt Thomas Harbeck, einer der beiden e.V.-Geschäftsführer. Noch ist genügend Nachwuchs da, aber Harbeck sorgt sich, ob das in Zukunft so bleiben wird. Denn die Zahl der jungen Landwirte, die sich die Arbeit als Betriebshelfer vorstellen können, wird immer kleiner. Um herauszufinden weshalb das zumindest in seinem Ringgebiet so ist, hat der Maschinenring eine Umfrage an den Landwirtschaftsschulen in Rendsburg und Bad Segeberg durchgeführt. DAS IMAGE STIMMT Die Ergebnisse dieser Umfrage zeigen zwei Dinge deutlich: Der Beruf hat erstens kein negatives Image. Zweitens ist die Arbeit auf dem eigenen Betrieb – wenn auch noch von den Eltern geführt – der Hauptgrund, weshalb junge Landwirte nicht als Betriebshelfer arbeiten können oder wollen. Von den 51 befragten Schülerinnen und Schülern an der Landwirtschaftsschule Rendsburg haben 61 Prozent einen Betrieb in der Familie. Bei den 26 Befragten in Bad Segeberg sind es nur 31 Prozent. An dieser Schule können sich 89 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Arbeit als Betriebshelfer zumindest vielleicht vorstellen, in Rendsburg sind es nur 43 Prozent. AUCH EIN JAHR HILFT Lisa Bornhöft möchte in wenigen Jahren den Pferdebetrieb daheim übernehmen. Die Zeit bis dahin wird sie nicht nur als Betriebshelferin überbrücken. Auch eine Festanstellung bei einem Betrieb ist eine Möglichkeit für sie. Bis dahin sammelt sie als Betriebshelferin Erfahrungen, fachliche wie menschliche. „Für mich ist klar, dass das eine Übergangslösung ist“, sagt sie, „aber es ist die beste Übergangslösung für mich.“

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