Die Agrarministerkonferenz sieht dringenden Handlungsbedarf, um die Perspektiven für Frauen in der Landwirtschaft zu verbessern. Die Länderressortchefs verweisen hierzu auf die Einkommenssituation, die berufliche Qualifizierung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Als eine wichtige Stellschraube für nennen sie eine eigenständige Altersabsicherung.


Frauen in der Agrarbranche benötigen bessere Perspektiven. Das hat die Agrarministerkonferenz (AMK) auf ihrer Herbsttagung in Würzburg betont und erheblichen Handlungsbedarf ausgemacht. Aus Sicht der Länderressortchefs muss sich neben der Einkommenssituation der Frauen deren berufliche Qualifizierung, die rechtliche und soziale Absicherung sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern.
Als einen zentralen Baustein für verbesserte Perspektiven sehen die Landwirtschaftsminister der Länder eine eigenständige Altersabsicherung. Daher fordern sie den Bund auf, Frauen frühzeitig über bestehende Möglichkeiten zu informieren. Zugleich müsse der Bund prüfen, wie die Inanspruchnahme eines wirksamen Mutterschutzes für alle in der Landwirtschaft tätigen Frauen ermöglicht werden könne, und zwar sowohl für selbstständige als auch unentgeltlich mitarbeitende Frauen.
Zugleich plädiert die AMK dafür, Aus- und Weiterbildungsangebote für Frauen auszubauen und weiterzuentwickeln. In einer Protokollerklärung fordern Bremen, Hamburg und Niedersachsen den Bund auf, Maßnahmen auf den Weg zu bringen, um in landwirtschaftlichen Betrieben die Geschlechtergerechtigkeit in Partnerschaften und zwischen den Generationen zu stärken.
Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte begrüßte es, dass die gemeinsam mit Bremen und Hamburg eingebrachten Vorschläge zum Mutterschutz in der Landwirtschaft aufgenommen worden seien. Sie wertete dies im Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft und angesichts der derzeitigen Debatte um mögliche Kürzungen im Sozialbereich als „ein wichtiges Signal“.
Für Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg ist es wichtig, dass die Arbeit der Frauen stärker sichtbar und wertgeschätzt werde. Auch müssten ihre besonderen Anliegen politisch berücksichtigt werden. Der Mutterschutz für Selbstständige ist auch dem Deutschen Bauernverband (DBV) ein Anliegen. Seit einem Jahr ist er Mitglied im Netzwerk „Mutterschutz für Selbstständige“. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss aus Verbänden, Kammern, Vereinen und Personen aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.