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Magazin Ausgabe 01/2026
01/2026
20. Februar 202620.02.26

Stallbrand: Prävention rettet Leben

Maschinenringe Deutschland GmbH
weniger als eine Minute Lesezeit

Lea Staber beschäftigt sich als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf intensiv mit der Thematik Stallbrand. Vor ihrer Tätigkeit an der Hochschule hat sie als Tierärztin für Rinder praktiziert und ist in der örtlichen Feuerwehr aktiv. Derzeit bauten Sie und Ihr Mann auf dem eigenen landwirtschaftlichen Betrieb in Oberbayern einen Kombi-Laufstall für Kühe und Pensionspferde. Die Expertin gibt Tipps zu Präventions- und Rettungsmaßnahmen speziell in Kuh- und Pferdeställen.

Bild: Lea Staber privat

Stallbrand ist nicht gleich Stallbrand. Welche zentralen Unterschiede gibt es zwischen Kuhställen und Pferdeställen?

Lea Staber: Das stimmt, ein Stallbrand kann sehr unterschiedlich verlaufen, je nachdem, um welche Tierart und welchen Stalltyp es sich handelt. Der größte Unterschied liegt in der Haltung der Tiere. Bei Rindern unterscheidet man beispielsweise zwischen Laufställen und Anbindehaltung, und ob ein Außenbereich vorhanden ist oder nicht. Diese Faktoren haben einen erheblichen Einfluss auf die Evakuierung der Tiere. Tiere in Offenställen oder mit ständigem Zugang zu einem Außenbereich können oft selbstständig in sichere Bereiche gelangen, weil dieser Zugang zu ihrem gewohnten Umfeld gehört, was die Rettung im Notfall erleichtert. Bei Pferden ist die Boxenhaltung besonders relevant. Innenboxen sind problematisch, weil jedes Pferd einzeln herausgeführt werden muss, was sehr zeitaufwendig ist.

Stallbrand ist nicht gleich Stallbrand. Welche zentralen Unterschiede gibt es zwischen Kuhställen und Pferdeställen?

Lea Staber: Das stimmt, ein Stallbrand kann sehr unterschiedlich verlaufen, je nachdem, um welche Tierart und welchen Stalltyp es sich handelt. Der größte Unterschied liegt in der Haltung der Tiere. Bei Rindern unterscheidet man beispielsweise zwischen Laufställen und Anbindehaltung, und ob ein Außenbereich vorhanden ist oder nicht. Diese Faktoren haben einen erheblichen Einfluss auf die Evakuierung der Tiere. Tiere in Offenställen oder mit ständigem Zugang zu einem Außenbereich können oft selbstständig in sichere Bereiche gelangen, weil dieser Zugang zu ihrem gewohnten Umfeld gehört, was die Rettung im Notfall erleichtert. Bei Pferden ist die Boxenhaltung besonders relevant. Innenboxen sind problematisch, weil jedes Pferd einzeln herausgeführt werden muss, was sehr zeitaufwendig ist.

Was sind die häufigsten Ursachen eines Stallbrands?

Lea Staber: Die häufigste Ursache ist die Elektrik, und das gilt sowohl für Pferde- als auch für Rinderställe. Sowohl alte als auch neue elektrische Anlagen sind dauerhaft Umwelteinflüssen ausgesetzt, wodurch es zu Überhitzungen und Fehlfunktionen kommen kann. Außerdem können menschliches Fehlverhalten oder unachtsames Arbeiten zu Bränden führen. Auch Brandstiftung oder die Selbstentzündung von Heu und Stroh spielen immer wieder eine Rolle. Die Ursache Nummer Eins ist aber die defekte Elektrik.

Welche Maßnahmen helfen, Brände zu vermeiden?

Lea Staber: Prävention spielt eine entscheidende Rolle. Dazu gehört die regelmäßige Wartung der elektrischen Anlagen. Die sollen alle vier Jahre von einer Elektrofachkraft überprüft werden, so schreibt es auch die Berufsgenossenschaft vor. Ebenso wichtig ist der bauliche Brandschutz. Tierhalter sollten sich vorab Gedanken über mögliche Brandverläufe machen und die Ausbreitungswege des Feuers bedenken. So lassen sich gefährliche Brandherde erkennen und vermeiden.

Wie können sich speziell Pensionspferdehalter vorbereiten?

Lea Staber: Pferdehalter sollten die Rettung ihrer Tiere sorgfältig planen, Notfallflächen einrichten und gegebenenfalls das richtige Verhalten und den Ablauf im Ernstfall vorab üben. Bei Pensionsställen ist ein enger Dialog zwischen Betreibern und Einstellern besonders wichtig. Ein praktisches Beispiel: Stallgassen sollten freigehalten werden, damit Wege frei sind und Rettungsmaßnahmen nicht behindert werden. Außerdem sollte im Vorfeld geklärt werden, wie sich Einsteller im Notfall verhalten: Wo parken Pferdebesitzer, wer bringt Pferde auf die Koppel, welcher Tierarzt wird angefordert, wie können die Tiere untergebracht und versorgt werden? Das sind Fragen, die vorab geklärt werden sollten und im Notfallplan festgeschrieben sind. Den Notfallplan sollten alle Einsteller kennen. Gemeinsame Übungen mit der Feuerwehr und die Sicherstellung einer ausreichenden Löschwasserversorgung sind ebenfalls entscheidend, um im Worst Case vorbereitet zu sein.

Was macht eine erfolgreiche Tierrettung aus?

Lea Staber: Bei Kühen ist der Herdentrieb entscheidend. Die Tiere brauchen einen klar vorgegebenen Fluchtweg und müssen getrieben werden. Wichtig ist, Abzweigungen zu versperren. Bei Pferden aus Boxen muss jedes Tier einzeln geführt werden. Das erfordert Zeit und Ruhe. Entscheidend ist in jedem Fall, dass die Evakuierung geordnet und ruhig erfolgt, um Panik bei den Tieren zu vermeiden. Tiere retten sich in der Regel nicht selbst. Wir können nicht darauf warten, dass die Tiere aus einem brennenden Stall flüchten. Wichtig ist, die Tiere aktiv zu evakuieren, und im Anschluss die Boxen und Türen wieder schließen, damit die Tiere nicht zurücklaufen.

Wie sieht die Nachsorge der Tiere aus?

Lea Staber: Ein Tierarzt sollte während oder unmittelbar nach der Evakuierung hinzugezogen werden. Seine Notfallnummer sollte im Notfallplan vermerkt sein. Die Tiere werden triagiert, das heißt, diejenigen mit akuten Problemen werden sofort versorgt. Bei Überhitzung oder Brandwunden sollten Tiere vorsichtig mit handwarmem Wasser gekühlt werden. Am besten eignen sich feuchte Leinentücher und kein direkter Wasserstrahl. Bei langhaarigen Tieren kann es sinnvoll sein, das erhitzte Fell zu scheren.

Wie wahrscheinlich ist es, dass es zu einem Stallbrand kommt?

Lea Staber: Offizielle Statistiken zu Stallbränden existieren leider nicht. Grundsätzlich muss jeder Stallbetreiber immer damit rechnen, dass ein Brand auftreten kann. Auf landwirtschaftlichen Betrieben gibt es viele potenzielle Brandgefahren.

Frau Staber, was liegt Ihnen als Expertin ganz besonders am Herzen?

Lea Staber: Mir ist der Notfallplan besonders wichtig. Er ist zwar keine Pflicht, kann aber Landwirten und Feuerwehren im Ernstfall enorm helfen. Es geht darum, die Gegebenheiten vor Ort zu kennen, das Verhalten und die Sinneswahrnehmung der Tiere zu verstehen und die Rettung so schnell und effizient wie möglich vorzubereiten. Bereits beim Stallbau sollte man mögliche Brandszenarien durchspielen, Abdeckungen für Gülleabwurfgitter einplanen, Tore für Außenlaufhöfe installieren und Ausgänge schaffen, um im Ernstfall optimal vorbereitet zu sein.

Vielen Dank für das Gespräch und die wertvollen Tipps.

Das Interview führte Daniela Seifart

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