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Magazin
Magazin Ausgabe 01/2023
01/2023
26. April 202326.04.23
Stille Helfer auf dem Hof
Bundesverband der Maschinenringe e.V

Kaum ein Thema bewegt die Landwirtschaft derzeit mehr als die Energieversorgung im Betrieb. Oft wird vom nachhaltigen oder weitgehend energieautarken Betrieb gesprochen. Ein wichtiger Teilaspekt ist die Elektrifizierung von mobiler Technik und Betriebsausstattung gerade bei Tierhaltung und dem Umschlag von Getreide, Futtermittel, Dünger und Silage. Frontladerschlepper und Teleskoplader werden üblicherweise mit Diesel angetrieben, alternative Antriebskonzepte sind derzeit noch rar.

Vor allem durch ein breites Einsatzspektrum sowohl am Betriebsstandort selbst als auch in der Bewirtschaftung der Flächen ist die Energieversorgung auch über einen längeren Zeitraum hinweg eine der noch offenen Herausforderungen. Eine Einsatzdauer von mindestens acht Stunden ist Standard, dies kann derzeitige Akku-Technik noch nicht erfüllen. Ganz anders ist dies bei den Maschinen am Betrieb: Einen kleinen Boom erleben derzeit elektrisch angetriebene Hoflader. Klein, kraftvoll und wendig, dabei noch leise und ohne Abgase: wie geschaffen für einen Einsatz innerhalb von Gebäuden und am Betriebsgelände.

Egal ob e-Hoflader, e-Quad oder e-Futtermischwagen: Diese Fahrzeuge werden zwar täglich eingesetzt, bieten aber die Grundlage, dafür vorhandene kostenlose und gegebenenfalls sogar überschüssige Energie, die am landwirtschaftlichen Betrieb selbst erzeugt wird, zu nutzen. Dadurch, dass Stillstandzeiten für Ladevorgänge genutzt werden können, wirkt sich dies auch nicht unmittelbar auf die Leistungsfähigkeit und den Einsatz aus. Dennoch können flexible Energienutzungsstrategien gefahren werden.

Wie immer gilt: Vor einer Neuanschaffung sollte klar definiert werden, welches Fahrzeug den meisten Nutzen und die größte Arbeitserleichterung auf den Hof und in die Familie bringt. Neu dazu kommt jetzt die Entscheidung, welche Antriebsart bietet sich für eine Nutzung im eigenen Betrieb an? Verbrenner, Hybrid oder doch ein reiner Stromer? Technisch sind alle Konzepte in der Praxis nutzbar. Optisch und vom Handling sind die elektrischen Fahrzeuge meist kaum zu unterscheiden von bewährten dieselgetriebenen Ladern. Dazu kommt, dass ein großer Nachteil von leistungsfähigen Akkus hier gar nicht weiter schlimm ist: Fast alle Lader haben bisher eine (Zusatz-) Ballastierung angebaut, jetzt kommt das Zusatzgewicht der Batterien der Standsicherheit zugute.

Abgasfrei in Stall und Halle

Keine Abgase und nahezu geräuschloser Einsatz sind nicht zu unterschätzende Faktoren bei der Arbeit im Stall oder innerhalb der Lagerhalle. Landwirte, die batteriegetriebene Futterverteilwagen oder Spaltenschieber aus der Vergangenheit kennen, wissen um diesen großen Vorteil. Ein zusätzlicher Vorteil, der gerade in der kalten Jahreszeit oft ein Argument für das elektrische Gerät ist: Ist der Akku in Ordnung, und wird das Aufladen nicht vergessen, dann gibt es keine Probleme mehr mit dem schlecht anspringenden Schlepper für den Futtermischwagen.

Wichtige Sicherheitsaspekte

Allerdings dürfen auch einige Punkte nicht außer Acht gelassen werden, die bei der Verwendung von E-Hofladern wichtig sind: Es gelten alle Regeln, die für andere Akkugeräte ebenfalls gelten! Gerade im landwirtschaftlichen Bereich müssen alle Vorgaben, egal ob herstellerspezifisch oder allgemein gültig, streng eingehalten werden. Die Ladestationen beziehungsweise der Platz, an dem der Lader während des Ladevorgangs steht, müssen bestimmte Kriterien einhalten. Der Betriebsleiter muss sich vorab erkundigen, ob es hinsichtlich des Brandschutzes besondere Anforderungen seitens des Herstellers und vor allem auch der Feuer- und Gebäudeversicherung gibt. Nicht zuletzt ist auch eine Überprüfung der elektrischen Anlage und gegebenenfalls eine Erneuerung der Leitungen erforderlich, um die Leistung des Ladegeräts auf Dauer sicherstellen zu können. Daneben gelten natürlich auch alle grundsätzlichen Regeln beim Umgang mit solchen Fahrzeugen: Die größten Gefahren entstehen beim Umkippen des Fahrzeugs oder durch herabfallende Gegenstände.

Außerhalb des Fahrzeugs geht eine große Gefahr für umstehende Personen ebenfalls durch herabfallende Gegenstände aus. Ein weiterer Unfallschwerpunkt ist das Rückwärtsfahren ohne Blickkontakt der Beteiligten. Gerade beim Rangieren in Gebäuden, beim Ein- und Ausfahren von Gebäuden und insbesondere beim Rückwärtsfahren ist äußerste Vorsicht geboten. Dies wird noch verschärft, da die Fahrzeuge nahezu geräuschlos unterwegs sind.

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