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Magazin Ausgabe 03/2023
03/2023
28. Juni 202128.06.21
So wirkt teilflächenspezifische Düngung
Bundesverband der Maschinenringe e.V

Landwirt Christian Sancken und sein Lohnunternehmer Lars Lange haben beim Maisanbau das erste Jahr mit Applikationskarten für Aussaat und Dünger gearbeitet. Ihr Fazit nach der Ernte: Die teilflächenspezifische Bewirtschaftung hat höhere Energiegehalte und homogenere Ergebnisse gebracht.

Auf dem Milchvieh- und Biogasbetrieb von Christian Sancken (Maschinenring Wesermünde-Osterholz) wurden in diesem Jahr erstmals rund 90 Hektar Maisfläche teilflächenspezifisch bewirtschaftet. Ein Experiment, das der Landwirt nicht bereut: Der Einsatz von Applikationskarten für die spezifische Aussaat und für die unterschiedliche Gabe von Dünger hat seinen Angaben zufolge einen besseren Kolbenansatz und damit gehaltvolleres Futter für die Kühe gebracht. Die Energiekonzentration pro Hektar war höher.

Weniger Pflanzen, weniger Dünger

Konkret bedeutet Teilflächenspezifik hier: Die Bestandsdichte der Pflanzen wurde den Bedingungen im Boden angepasst. An Stellen, die keine hohen Erträge versprechen, also Teile der Fläche mit geringeren Bodenpunkten – Christian Sancken nennt sie die „hohen Stellen“ – wurden weniger Pflanzen gelegt. Andere Stellen in niederen Lagen bekamen mehr Pflanzen auf den Quadratmeter. Genauso wurde später mit der mineralischen Düngung verfahren. Die Gabe wird gezielt auf den Bedarf der Bestände an den genau definierten Stellen abgestimmt. Pflanzen in einem dünneren Bestand haben weniger Dünger bekommen, die dichteren Bestände wurden stärker versorgt. Den Grunddünger in Form von Gärsubstrat haben alle Pflanzen in der gleichen Menge bekommen – eine Gabe vor der Bestellung, eine kurz nach dem Legen der neuen Pflanzen.

17 Tonnen Hektar geerntet

Christian Sancken hat in diesem Jahr 17 t Trockenmasse/ha geerntet. Das ist weniger als im letzten Jahr, aber die 19 t Trockenmasse/ha in 2020 waren auch kaum zu überbieten. Mit dem diesjährigen Ergebnis ist der staatlich geprüfte Landwirtschaftsmeister sehr zufrieden. „Wenn der Durchschnitt der Trockenmasseerträge hier in der Region bei 15 t/ha liegt, können wir mit unseren 17 Tonnen nicht klagen“, so seine Einstellung. Entscheidender ist für ihn ohnehin der Energiegehalt in der geernteten Silage, vor allem für die Fütterung seiner Kuhherde. Die Biogasanlage lässt sich auch mit „Stroh füttern“ – seine Milchkühe nicht.

Beim Ertrag haben die beiden Praktiker kaum Unterschiede bei den leichteren oder schwereren Böden festgestellt. Vor allem auf großen Flächen mit heterogenen Bodenverhältnissen habe die Technik die Unterschiede fast ausgeglichen. Und der Stärkegehalt des Maises an Stellen mit leichten Bodenverhältnissen sei genauso hoch wie auf besseren Teilflächen gewesen.

Computer weiß nicht alles

Insgesamt sind Lars Lange und Christian Sancken zufrieden. Die Mühe der vergangenen Jahre hat sich gelohnt: „Wir haben unser Ziel erreicht“, sind sie sich einig. Jetzt gilt es, im Winter nach der Erntezeit die Karten weiter auszuwerten und auszufeilen. „Teilweise müssen wir da auch händisch vorgehen. Computer können nicht alles“, so ihre Erfahrung. „Als Landwirt kennt man seine Flächen besser als der Computer“, davon ist Sancken trotz aller Zufriedenheit mit der modernen Technik überzeugt.

So kurz nach der Ernte lassen sich noch nicht alle Ergebnisse aus der diesjährigen Ernte zusammenfassen. Fest steht aber beispielsweise, dass sie an der Technik beim Düngerstreuer noch etwas nachjustieren wollen. Zu schnell hat er sich in eine neue Ertragszone geschaltet und damit hat die Düngergabe manchmal nicht gepasst. Es wurde zu viel oder zu wenig Dünger ausgebracht. Die Ertragszonen müssten noch besser an die Arbeitsbreiten des Düngerstreuers angepasst werden. Der optimale Bedarf sollte immer erreicht werden. Hier geht es bereits um die Feinheiten.

Optimales Mais-Wetter

Die Witterung hat den experimentierfreudigen Praktikern in diesem Jahr in die Karten gespielt. Das Frühjahr brachte zwar die eine oder andere Herausforderung wegen der immer wieder einsetzenden Regenfälle während der Aussaat, aber insgesamt war das Jahr in puncto Wasserversorgung für den Mais ideal. „Selbst auf den schwachen Standorten haben wir aufgrund der ergiebigen Regenfälle gute Erträge eingefahren und im Großen und Ganzen haben wir die Aussaatzeitpunkte gut genutzt“, ist Sancken erleichtert. Richtig heiße Tage hat es im Norden Deutschlands nicht gegeben, die dem Mais hätten schaden können. Diese Erfahrung hat auch Lange auf seinen Flächen als Lohnunternehmer gemacht.

Die richtige Richtung ist eingeschlagen. Da sind sich die beiden Niedersachsen einig. Vor allem vor dem Hintergrund der zukünftig weiteren Einschränkungen bei der Düngung will Christian Sancken in diesem Punkt effektiver werden und deshalb an dem Thema dranbleiben.

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