Beim Tag der Maschinenringe 2026 in Paderborn hat Präsident Nils Thun in seiner Keynote klare Botschaften formuliert: Die Maschinenringe sind längst vom Planen ins Handeln gekommen. Digitalisierung ist kein Schlagwort mehr, sondern gelebte Praxis. Gleichzeitig bleiben Betriebshilfe und Solidarität das Fundament unserer Gemeinschaft – auch wenn sie sich wirtschaftlich oft nicht rechnen. Im Interview siegt der Präsident die Maschinenringe mit Blick auf Energie, soziale Dienstleistungen und Vernetzung als den aktiven Gestalter des ländlichen Raums – heute und weit über 2035 hinaus.


Beim Tag der Maschinenringe 2026 in Paderborn hat Präsident Nils Thun klare Botschaften formuliert. Foto: Waas
Herr Thun, in Ihrer Keynote haben Sie deutlich gemacht: Die Maschinenringe sind mitten in der Transformation. Wo stehen sie aktuell?
Nils Thun: Wir sind nicht mehr in der Phase der Ideen, wir sind mitten in der Umsetzung. Vieles von dem, was wir uns vorgenommen haben, ist heute Realität. Das gibt uns Kraft. Es zeigt uns: Wir können gestalten. Und wir wollen genau diesen Weg weitergehen – mutig, gemeinsam und mit klarem Ziel vor Augen.
Was hat sich in den vergangenen Jahren konkret verändert?
Wir haben uns bewusst entschieden: nicht abwarten, nicht nur reagieren – sondern aktiv gestalten. Wir denken nicht in Problemen, wir denken in Lösungen. Und das spürt man im ganzen Netzwerk.
Ein zentrales Thema ist die Digitalisierung. Was bedeutet sie für die Mitglieder?
Digitalisierung bringt unseren Mitgliedern echten Nutzen – deswegen wird sie auch so gut angenommen. Mit „MeinAcker“ haben wir Maschinenringe ein Werkzeug im Alltag unserer Betriebe, das Entscheidungen erleichtert, Zeit spart und Übersicht schafft. Es ist nichts Abstraktes mehr, sondern ganz konkret im Einsatz.
Warum ist Vertrauen beim Thema Digitalisierung so wichtig?
Weil uns unsere Mitglieder ihre Daten anvertrauen. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Und deshalb ist unser Auftrag klar: Wir gehen verantwortungsvoll damit um und schaffen daraus Mehrwerte – ganz konkret für jeden einzelnen Betrieb. Digitalisierung bringt uns dadurch sogar wieder näher an unsere Mitglieder heran.
Bei aller Innovation: Sie betonen immer wieder die Bedeutung der Betriebshilfe. Warum?
Weil sie mir so sehr am Herzen liegt und weil sie unser Herz ist. Wenn ein Betrieb in Not gerät, wenn plötzlich nichts mehr geht – dann sind wir da. Jeden Tag, überall im Land. Das rechnet sich oft wirtschaftlich nicht. Aber es ist richtig. Das ist gelebte Solidarität. Dafür stehen wir.
Gleichzeitig entwickeln sich die sozialen Dienstleistungen weiter. Wie sieht das aus?
Wir denken weiter. Die Menschen auf dem Land werden älter, Strukturen verändern sich. Deshalb entstehen neue Angebote – in Pflege, Betreuung oder auch Wohnraum. Wir helfen zum Beispiel, alte Hofstellen wieder mit Leben zu füllen. Das schafft Perspektiven, Einkommen und hält unsere Dörfer lebendig.
Ein weiteres großes Thema ist Energie. Welche Rolle spielen die Maschinenringe hier?
Jeder Landwirt kann Energie erzeugen – aber gemeinsam können wir noch mehr erreichen. Unsere Landwirte sind die EnergieWender und durch sie findet die Energiewende auf dem Land statt. Gleichzeitig erleben viele Betriebe Unsicherheit, etwa durch veränderte Förderbedingungen. Genau hier unterstützen wir: Wir beraten, wir bündeln Wissen, wir vernetzen. Wir lassen niemanden allein. Denn gemeinsam wird möglich, was alleine schwierig ist.
Sie sprechen oft von Gemeinschaft. Ist das unsere größte Stärke?
Ganz klar: ja. Unsere Stärke ist die Vernetzung. Wir bringen Menschen zusammen, teilen Wissen und bauen Vertrauen auf. Und genau daraus entsteht unsere Kraft. Vertrauen ist unser wertvollstes Gut – darauf bauen wir unsere Zukunft.
In Ihrer Keynote haben Sie vier zentrale Säulen genannt. Welche sind das?
Digitalisierung, soziale Dienstleistungen, Energie und Vernetzung. Vier Bereiche, die auf ein gemeinsames Ziel einzahlen: die Zukunft der Landwirtschaft und des ländlichen Raums aktiv zu gestalten.
Wie sieht Ihre Vision für die kommenden Jahre aus?
Ich wünsche mir starke, wirtschaftlich stabile und gesellschaftlich anerkannte Betriebe. Landwirte, die mehr sind als Produzenten – die Verantwortung übernehmen, Energie erzeugen, Wohnraum schaffen und Arbeitsplätze bieten. Und mittendrin die Maschinenringe: als Partner, Unterstützer und Ideengeber.
Was braucht es, um dieses Ziel zu erreichen?
Gemeinschaft. Das schafft keiner allein. Es braucht jeden Einzelnen – im Hauptamt und Ehrenamt. Menschen, die Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen und Dinge vor Ort voranbringen. Das macht mich optimistisch.
Zum Schluss: Was treibt Sie persönlich an?
Am Ende geht es bei allem, was wir tun, um Menschen. Um Vertrauen. Um Zukunft. Wir Maschinenringe sind mehr als ein Dienstleister oder ein Netzwerk. Wir sind die stärkste Kraft fürs Land. Und darauf bin ich stolz.
Mehr zum TdMR 2026 im aktuellen Magazin
Alle Informationen und Berichte über den Tag der Maschinenringe 2026 in Paderborn gibt es in Ausgabe 3/2026 des Maschinenring Magazins.
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