Wer sich vor der Ernte richtig vorbereitet, kann zahlreiche Gefahren durch Feuer ausschalten. Wenn aus der Maschine erst einmal die Flammen schlagen, gilt es allerdings schnell und umsichtig zu reagieren.

Nur noch ein Gerippe blieb von diesem ausgebrannten Schlepper mit Ballenpresse übrig. Foto: Gunther Lehmann
Die Getreideernte in der Saison 2026 ist in vielen Regionen Deutschlands schon in vollem Gange. Gefühlt ist das Risiko von Feldbränden mit abgebrannten Mähdreschern und Ballenpressen aufgrund der ausgeprägten Trockenheit deutlich größer als in den vergangenen Jahren. Martin Gehring, Sicherheitsexperte der Maschinenringe und Geschäftsführer des Bundesverbandes der Maschinenringe, erklärt was zu tun ist, um Brände bereits im Vorfeld zu verhindern, und wie man reagiert, wenn es tatsächlich brennt.
Ein aktiver Beitrag zur Brandvermeidung ist laut Martin Gehring eine regelmäßige und korrekte Wartung der Technik: Heiß gelaufene Lager gehören zu den häufigsten Brandursachen an Landmaschinen. Der rechtzeitige Austausch reduziert also nicht nur das Ausfallrisiko der Maschine, sondern reduziert auch die Brandgefahr. Genauso wichtig ist auch die regelmäßige Reinigung der Maschinen: Stroh, Staub oder Kaff/ Spreu auf heißen Maschinenteilen können sich schnell entzünden und sind oft nicht mehr kontrollierbar. „Daher ist mindestens täglich eine Sichtkontrolle und Reinigung nötig, je nach Einsatz eventuell auch öfter“, sagt Martin Gehring.
Die Auswahl der Verbindungseinrichtung zwischen Schlepper und z.B. Ballenpresse kann auch eine Rolle spielen. „Eine K80 Kugelkopfkupplung lässt sich nicht so schnell und leicht trennen wie eine Zugösenkupplung, bei der eventuell nur der Bolzen geöffnet wird und so zumindest der Schlepper gerettet werden kann“, erklärt Gehring.

Wenn es die Situation noch zulässt, kann ein schnelles öffnen der Kupplung helfen, die Teile des Gespanns zu trennen und ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.
Alle Mitarbeiter und Fahrer müssen im Umgang mit Feuerlöschern unterwiesen sein. Die gemeinsame Kommunikation im Ernstfall muss abgesprochen sein, dazu gehört auch, dass die Handynummern bekannt sind.
Auf allen Fahrzeugen, die in der Ernte eingesetzt werden, sollten laut Martin Gehring ausreichend Feuerlöscher vorhanden sein. Häufig schreiben die Versicherung dies sowieso vor. Zusätzlich sind für bestimmte Anwendungen auch eingebaute Feuerlöschanlagen lieferbar. Ein Entstehungsbrand an der Technik kann so oft zumindest so weit eingedämmt werden, dass kein großer Schaden entsteht.
Zusätzlich ist es sehr hilfreich, wenn ein Gespann aus Schlepper und Güllefass zumindest befüllt vorgehalten wird. Ein Flächenbrand kann sich schnell ausbreiten, hier helfen einige Kubikmeter Wasser in der direkten Brandbekämpfung oder als Unterstützung für die alarmierte Feuerwehr im Schnellangriff manchmal Wunder.
„Auf größeren Schlägen ist das vorsorgliche Anlegen von Brandschutzschneisen eine sehr gute Möglichkeit, einen größeren Flächenbrand erst gar nicht zu ermöglichen“, erklärt Martin Gehring. In diesem Fall ist ein Schlepper mit Grubber oder Kurzscheibenegge schon mit auf dem Feld, wenn der Mähdrescher im Einsatz ist, und zieht zwischen den Strohschwaden beziehungsweise regelmäßig alle 4-5 Arbeitsbreiten des Dreschers mindestens eine Bahn, um das Überspringen des Feuers zu verhindern.
„Sobald ein Feuer auch nur vermutet wird: sofort die Feuerwehr alarmieren!“, sagt Martin Gehring. Je schneller und frühzeitiger eine brenzlige Situation geklärt werden kann, umso geringer ist der Sachschaden und das Verletzungsrisiko für die Beteiligten. Da sich beim Absetzen eines Notrufs über die 112 das Telefon in das beste verfügbare Netz einwählt, sind Funklöcher nur noch eine kleine Gefahr. Trotzdem sollten totale Funklöcher, in denen kein Handynetz verfügbar ist, im Vorfeld abgeklärt sein. Sollte es zum Feuerwehreinsatz kommen: gegebenenfalls Einweiser für die Anfahrt der Feuerwehr positionieren, damit das Feld auch möglichst schnell gefunden wird.
Beim Reinigen der Technik geht die eigene Gesundheit vor! So ist bei der täglichen Wartung das Tragen einer Staubschutzmaske mit der Schutzklasse FFP2 ist das Mindeste.
Und sollte im Brandfall beim Löschversuch mit dem Feuerlöscher klar werden, dass es nichts mehr zu retten gibt: schnell und weit von der Maschine weg.
Weitere Informationen gibt es bei den rund 240 Maschinenringen in Deutschland vor Ort oder bei der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG).