Das Energiejahr 2025 hatte es in sich. Politisch, regulatorisch und energiewirtschaftlich war vieles in Bewegung. Manches bleibt offen. Die Experten von LandEnergie ziehen ein Resümee zum vergangenen Jahr und werfen einen Blick auf das, was uns im neuen Jahr erwartet.
Batteriespeicher werden für immer mehr Betriebe eine interessante Investition Foto: Alexander Waas
Politische Rahmenbedingungen: Viel Bewegung, wenig Klarheit
Die Zustimmung der EU-Kommission zum Solarpaket aus dem Mai 2024 steht weiterhin aus. Damit diese erfolgen kann, braucht es eine Anpassung des EEG, denn nur so werden die geplanten Neuerungen genehmigt.
Auch politisch hat sich viel getan: Mit der neuen Bundesregierung rückte Katherina Reiche (CDU) an die Spitze des Bundeswirtschaftsministeriums – zuvor war sie im Vorstand bei Westenergie. Von ihr werden wichtige Impulse für die Ausrichtung der Energiewende erwartet. Begleitet wird der Kurswechsel durch den Monitoringbericht und einen 10-Punkte-Plan zur Energiewende. Auch die Landwirtschaft spielt dabei weiterhin eine wichtige Rolle.
Für Aufsehen hat das Solarspitzengesetz gesorgt, das seit dem 25. Februar 2025 gilt. Es schafft neue Regeln für den Solarausbau, unter anderem wird die Einspeisevergütung zu Zeiten negativer Strompreise gestrichen.
Es gab aber auch Entlastungen: Der Bund stellte 6,5 Milliarden Euro für die Reduzierung der Netzentgelte bereit und verstetigte die Senkung der Stromsteuer. Im Gasmarkt sorgten neue Importquellen für ein anhaltend sinkendes Preisniveau.
Die THG-Prämie blieb 2025 auf einem niedrigen Niveau – für 2026 werden allerdings höhere Werte erwartet. Der Grund für die Erhöhung ist das zweite THG-Quotengesetz, das im Dezember beschlossen wurde. Es sorgt dafür, dass die THG-Quote steigt.
2025 war ein Jahr der Gegensätze. Im ersten Quartal des Jahres wurde ungewöhnlich wenig Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt. In der zweiten Jahreshälfte wendete sich das Blatt: Es steht ein neuer Rekord beim Anteil der erneuerbaren Energien. Zwischen Juli und September 2025 kamen 64,1 Prozent des eingespeisten Stroms aus Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen – der höchste Wert, der je in einem dritten Quartal gemessen wurde.
- Windenergie: 26,8 % (+10 % gegenüber 2024)
- Photovoltaik: 24,1 % (+3,2 % gegenüber 2024)
Gleichzeitig zeigte sich aber auch die Kehrseite des Ausbaus: Noch nie gab es so viele Stunden mit negativen Strompreisen.
Allein im Juni waren es über 141 Stunden. Druck machte das vor allem auf die Märkte: PV-Strom kostete im Juni an der Börse im Durchschnitt nur 1,8 ct/kWh, ein historisch niedriger Wert.
Die große Herausforderung des kommenden Jahres bleibt die Volatilität der Strompreise. Flexibilität spielt deswegen in der Energiewirtschaft eine immer größere Rolle. Für viele Betriebe wird deshalb das Thema Batteriespeicher immer relevanter – sei es zur Erhöhung der Eigenstromnutzung oder für eine flexible Vermarktung.
Da es bei negativen Strompreisen keine Vergütung mehr gibt, werden Speicher zum zentralen Baustein wirtschaftlicher Anlagen. Die Politik hat hier bereits angekündigt, die Marktintegration von Speichern weiter zu fördern. Bei Netzbetreibern gab es dieses Jahr einen Anfragerekord. Das führt zu langen Wartezeiten.
Spannend wird 2026 auch aus EEG-Sicht:
Die beihilferechtliche Genehmigung für das aktuelle EEG läuft Ende 2026 aus. Das EEG, mit der festen Einspeisevergütung, die unabhängig der Marktsituation vergütet, ist nur bis Ende 2026 beihilferechtlich genehmigt. Unterschiedliche Modelle sind im Gespräch – welche davon am Ende ins Gesetz kommen, bleibt abzuwarten.
2025 war energiewirtschaftlich ein dynamisches Jahr voller Wendepunkte. Viele grundlegende Entscheidungen stehen aber erst 2026 an. Damit bleibt es spannend.
Mit LandEnergie bleibst du auch im neuen Jahr auf dem Laufenden und erfährst, welche Chancen die Energiewende speziell für deinen Betrieb bereithält.


