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Magazin Ausgabe 04/2026
04/2026
30. Juli 202630.07.26

Beisaat im Raps hilft gegen Erdflohlarven

Bundesverband der Maschinenringe e.V
weniger als eine Minute Lesezeit

Den Rapserdfloh in den Griff zu bekommen, wird immer schwieriger. Neue Versuchsergebnisse der Deutschen Saatveredelung AG (DSV) zeigen, dass die Beisaat einen wirkungsvollen Baustein im Umgang mit dem Rapserdfloh darstellen kann, teilt das Unternehmen in einer Presseinfo mit.

Die Untersaat wird zeitgleich mit der Aussaat von Raps oder kurz davor oder danach ausgebracht. Foto: DSV

Raps ist eine wirtschaftlich attraktive Kultur in der Fruchtfolge. Gleichzeitig stellt der Rapserdfloh aufgrund zunehmenden Befalls und einer sich verschärfenden Resistenzsituation gegenüber Insektiziden eine immer größere Herausforderung für den Rapsanbau dar. Der Schädling kann den Bestand zu zwei Zeitpunkten im Anbaujahr erheblich schädigen. Bereits der adulte Käfer kann durch Lochfraß an den Keimblättern die Jugendentwicklung der Rapspflanzen deutlich beeinträchtigen. Bei erfolgter Eiablage nimmt der Schaden seinen Lauf: Nach dem Schlupf bohren sich die Larven in die Blattstiele der äußeren Rapsblätter ein und verursachen dort zunächst Minierfraß. Anschließend können sie bis in die Sprossspitze eines Triebes wandern, wo sie durch ihren Fraß die Entwicklung der Rapspflanze erheblich beeinträchtigen können. Ein starker Larvenbefall schwächt die Pflanzen erheblich und kann, ebenso wie massiver Käferfraß im Herbst, zum Absterben einzelner Rapspflanzen oder zu weitaus größeren Schäden führen.

Effekte über mehrere Jahre untersucht

Eine Beisaatmischung kann dazu beitragen, den Befall von Rapspflanzen mit Rapserdflohlarven zu reduzieren. Die DSV hat diesen Effekt bereits über mehrere Jahre hinweg an den DSV Züchtungsstandorten Terminiers (Frankreich, etwa 120km südlich von Paris) und Asendorf (Niedersachsen, Deutschland) untersucht. Die zuvor schon positiven Tendenzen aus den vorherigen Jahren ließen sich in diesem Anbaujahr statistisch absichern. Im Vergleich zu einem Rapsbestand ohne Beisaat verringerte sich die Anzahl der Erdflohlarven am Versuchsstandort in Terminiers um bis zu 42 %. Dies entspricht einer Reduzierung von 110 auf 64 Larven je Pflanze – ein deutlicher Rückgang, bei sehr hohem Ausgangsbefall. In Asendorf konnte die Anzahl der Larven – bei weitaus geringerem Druck – um 20 % signifikant reduziert werden. Nach derzeitigem Kenntnisstand lässt sich sagen, dass die Bedeutung einer Beisaat zur Unterstützung der Rapserdflohlarvenbekämpfung bei zunehmenden Larvenzahlen steigt und die Reduktion der Rapserdflohlarven auf eine Ablenkungswirkung der Beisaat zurückzuführen ist.

Wertvoll im integrierten Pflanzenschutz

Die Auswertung erfolgte mithilfe des Berlèse-Verfahrens, einem bewährten Standard zur Erfassung von Rapserdflohlarven. Dabei werden die Larven durch Wärme und Licht aus den Pflanzenproben ausgetrieben und anschließend in einem Auffanggefäß gesammelt und ausgezählt. Dieses Verfahren ermöglicht eine zuverlässige und objektive Bewertung des Befalls. Die Ergebnisse zeigen, dass die Beisaat einen wertvollen Beitrag zum integrierten Pflanzenschutz leisten kann. Neben ihrer insektenablenkenden Wirkung verbessert die gezielte Kombination verschiedener Pflanzenarten die Bodenstruktur, fördert das Bodenleben, optimiert die Nährstoffdynamik und schützt den Boden vor Erosion.

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