Wir waren auf der Messe E-world 2026, Europas größter Energiefachmesse, und ordnen für dich die Trends aus Sicht der Landwirtschaft ein.


Die E-world energy & water 2026 hat vom 10. bis 12. Februar in Essen stattgefunden und gilt als wichtigste Fachmesse der europäischen Energiewirtschaft. In diesem Jahr standen vor allem erneuerbare Energien, Digitalisierung und datenbasierte Anwendungen im Mittelpunkt.
Relevante Themen für landwirtschaftliche Betriebe
Auch wenn die e-world keine Landwirtschaftsmesse ist, betreffen viele der dort behandelten Themen direkt landwirtschaftliche Betriebe – insbesondere solche mit Photovoltaik, Biogas oder Speicheranlagen.
Ein Schwerpunkt lag auf:
- Stromvermarktung und Direktvermarktungsmodellen
- Umgang mit schwankenden Strompreisen
- Digitalen Anwendungen zur Steuerung von Erzeugung und Verbrauch
Diese Themen sind vor allem für Betriebe relevant, die Strom ins Netz einspeisen oder einen hohen Eigenverbrauch haben.
Strommarkt: Flexibilität und Steuerbarkeit
Die E-world 2026 hat bestätigt, dass der Strommarkt zunehmend von starken Preisschwankungen geprägt ist. Gezeigt wurden unter anderem Lösungen, mit denen Stromerzeugung, Verbrauch und Speicherung besser aufeinander abgestimmt werden können, etwa durch Energiemanagementsysteme oder Speicherlösungen.
Für landwirtschaftliche Betriebe bedeutet das:
- Stromerzeugung allein ist nicht ausschlaggebend
- Die zeitliche Steuerung von Verbrauch und Einspeisung gewinnt an Bedeutung
Künstliche Intelligenz als Bestandteil moderner Energiesysteme
Ein weiteres zentrales Thema der E-world 2026 war der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Energiewirtschaft. KI-basierte Anwendungen wurden vor allem im Zusammenhang mit Prognosen, Netzbetrieb und Vermarktung vorgestellt.
Konkret geht es dabei um:
- Ertrags- und Lastprognosen für erneuerbare Anlagen
- Automatisierte Auswertung von Mess- und Zählerdaten
- Unterstützung bei Vermarktungs- und Fahrplanentscheidungen
Diese Anwendungen sind keine eigenen landwirtschaftlichen Lösungen, bilden aber zunehmend die technische Grundlage für Vermarktungsmodelle, Abrechnungssysteme und Energiemanagement und damit auch für Betriebe, die Strom erzeugen oder flexibel verbrauchen.
Kommunen und regionale Akteure im Fokus
Neu war der stärkere Fokus auf Kommunen und regionale Energieakteure. Thematisiert wurden lokale Energieprojekte, digitale Plattformen und regionale Zusammenarbeit.
Landwirtschaftliche Betriebe werden in diesem Zusammenhang vor allem als Erzeuger und Projektpartner mitgedacht.
Fazit
Die E-world 2026 hat bestehende Entwicklungen bestätigt:
Der Energiemarkt wird digitaler, datengetriebener und komplexer. Künstliche Intelligenz spielt dabei eine zunehmend wichtige Rolle im Hintergrund – insbesondere bei Prognosen, Steuerung und Vermarktung. Für landwirtschaftliche Betriebe mit Energieerzeugung bleibt es entscheidend, diese technischen Entwicklungen zu kennen und bei Bedarf in die eigene Anlagenstrategie einzubeziehen.