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17. September 202617.09.26

EEG27 & Agri-PV: Zwischen Acker und Energiewende

Maschinenringe Deutschland GmbH
weniger als eine Minute Lesezeit

Mit dem EEG27 stehen nicht nur für klassische PV-Dachanlagen wichtige Änderungen an. Auch Betreiber von Agri-PV- und Freiflächenanlagen müssen sich auf neue Rahmenbedingungen einstellen. Der Gesetzgeber verfolgt dabei ein klares Ziel: Erneuerbare Energien sollen künftig stärker marktorientiert, netzdienlich und naturverträglich ausgebaut werden. Gleichzeitig werden innovative Konzepte wie Agri-Photovoltaik gezielt gefördert.

Für Projektierer, Flächeneigentümer und landwirtschaftliche Betriebe lohnt sich daher ein genauer Blick auf die geplanten Neuerungen.

Contracts for Difference

Eine der wichtigsten Änderungen betrifft die Einführung sogenannter Contracts for Difference (CfD). Dieses Fördermodell soll die bisherige EEG-Systematik schrittweise ergänzen beziehungsweise ersetzen. Dabei erhalten Anlagenbetreiber weiterhin Planungssicherheit, müssen jedoch hohe Markterlöse künftig teilweise wieder abgeben.

Vereinfacht gesagt: Liegt der Strommarktpreis unter einem festgelegten Referenzwert, erfolgt ein finanzieller Ausgleich an den Betreiber. Steigen die Marktpreise dagegen über diesen Wert, werden die Mehrerlöse teilweise abgeschöpft.

Für Investoren bedeutet dies einerseits mehr Sicherheit bei schwankenden Strompreisen, andererseits werden außergewöhnlich hohe Marktgewinne künftig begrenzt. Die Wirtschaftlichkeit von Projekten wird dadurch stärker kalkulierbar, aber auch stärker reguliert.

Biodiversität rückt in den Fokus

Neben wirtschaftlichen Aspekten rückt das Thema Naturschutz stärker in den Mittelpunkt. Künftig sollen Biodiversitätsanforderungen eine größere Rolle bei der Förderung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen spielen.

Die Flächen sollen nicht nur Strom erzeugen, sondern auch einen ökologischen Mehrwert bieten. Dazu gehören beispielsweise:

  • extensive Bewirtschaftung unter den Modulen,
  • die Förderung von Blühflächen,
  • Lebensräume für Insekten und Kleintiere,
  • eine nachhaltige Flächenpflege.

Damit wird die Akzeptanz von Solarparks erhöht und gleichzeitig ein Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt geleistet.

Gerade landwirtschaftliche Betriebe können hier ihre Erfahrung im nachhaltigen Flächenmanagement einbringen und ökologische sowie wirtschaftliche Ziele miteinander verbinden.

Agri-PV im Fokus der Politik

Der aktuelle Entwurf sieht für Agri-Photovoltaikanlagen einen Bonus von 0,5 Cent pro Kilowattstunde vor. Damit erkennt der Gesetzgeber an, dass Agri-PV-Projekte aufgrund der Doppelnutzung von landwirtschaftlicher Fläche und Stromerzeugung mit höheren Investitions- und Betriebskosten verbunden sind. Der Bonus kann als Versuch gewertet werden, diese Mehrkosten zumindest teilweise zu kompensieren. Allerdings bleibt abzuwarten, wie die Branche die Regelung bewertet. Hintergrund ist, dass bereits mit dem Solarpaket 2024 ein deutlich höherer Agri-PV-Bonus angekündigt wurde, der bislang aufgrund ausstehender beihilferechtlicher Genehmigungen nicht zur Anwendung gekommen ist. Entsprechend dürfte die neue Regelung nicht überall als ausreichender Impuls für den weiteren Ausbau der Agri-PV wahrgenommen werden.

Was bedeutet das für die Landwirtschaft?

Die geplanten Änderungen zeigen deutlich, wohin die Reise geht: Der Ausbau der Solarenergie soll künftig stärker auf Qualität statt ausschließlich auf Quantität setzen. Marktintegration, Biodiversität und innovative Nutzungskonzepte stehen dabei im Mittelpunkt.

Insbesondere Agri-PV profitiert von dieser Entwicklung. Die Kombination aus landwirtschaftlicher Produktion und Stromerzeugung passt ideal zu den Anforderungen einer nachhaltigen Flächennutzung und wird durch den geplanten Bonus zusätzlich gestärkt.

Fazit

Das EEG27 bringt für Agri-PV- und Freiflächenanlagen sowohl neue Chancen als auch neue Anforderungen. Während die Einführung von Contracts for Difference die Vermarktung stärker an den Markt koppelt, gewinnen Biodiversität und nachhaltige Flächenkonzepte an Bedeutung. Gleichzeitig setzt der geplante Agri-PV-Bonus ein positives Signal für landwirtschaftliche Betriebe, die Stromerzeugung und Nahrungsmittelproduktion sinnvoll miteinander verbinden möchten.

Wer heute neue Projekte plant, sollte die Entwicklungen genau verfolgen. Denn eines wird bereits jetzt deutlich: Agri-PV wird auch im EEG27 eine wichtige Rolle für die Energiewende und die Landwirtschaft der Zukunft spielen.

ALLES WEITERE ZUM EEG2027 FINDEST DU HIER:
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