Größere Ausbringfenster, teilweise deutliche Ertragssteigerungen und höhere Felxibilität in der Anwendung - das Modellvorhaben "Säure im Feld" stößt bei Praktikern wie Forschern auf erste positive Resonanz. Landwirt Thomas Dreher mischt seinem Wirtschaftsdünger seit 2023 Schwefelsäure bei und hält die Gülleansäuerung für einen wichtigen Baustein im nährstoffeffizienten und emissionsarmen Güllemanagement.

Seit Sommer 2023 setzt Thomas Dreher im Rahmen des Modellvorhabens „Säure+ im Feld“ das Gülleansäuerungssystem SyreN von Vogelsang ein.
„Als einer der ersten Betriebe in unserer Region haben wir im Grünland schon früh auf eine bodennahe Gülleausbringung gesetzt, um die Ammoniakemissionen zu reduzieren und die Nährstoffe in der Gülle effizient zu nutzen“, sagt Thomas Dreher. Der studierte Agrarwirt betreibt die Hofstelle zusammen mit seinem Cousin, dem Betriebsleiter Tobias Dreher, in vierter Generation. Die Rindergülle nutzt Dreher als Inputstoff für die hofeigene Biogasanlage, wo sie mit Mais- und Grassilage vermischt wird. Jährlich bringt Thomas Dreher etwa 16.000 Kubikmeter Gärreste mittels Schleppschuhtechnik auf seinen Gras- und Ackerflächen aus. Dabei hat er die Nährstoffbilanz stets im Blick: „Für ein ertragreiches Pflanzenwachstum und eine umweltverträgliche Güllenutzung kommt es darauf an, die in der Gülle vorhandenen Nährstoffe voll auszuschöpfen und sie präzise an der Pflanze zu platzieren. Eine effiziente Gülleausbringung spart nicht nur Kosten für zusätzlichen Mineraldünger ein, sondern ist auch in Zeiten enger Ausbringfenster unabdingbar geworden.“
Innovativen Ausbringverfahren wie der Gülleansäuerung durch den Zusatz von Schwefelsäure steht Dreher deshalb offen gegenüber. Laut Umweltbundesamt senkt der Zusatz von Schwefelsäure unmittelbar vor der Gülleablage die Ammoniakemissionen um bis zu 70 Prozent, erhöht die pflanzenverfügbare Stickstoffausnutzung und verringert die Geruchsbelästigung. Für weitere Erkenntnisgewinne rund um das Verfahren der Gülleansäuerung laufen derzeit verschiedene Untersuchungen. Auch Dreher nimmt mit seinem Betrieb an einem wissenschaftlich begleiteten Projekt teil: Seit Sommer 2023 setzt er im Rahmen des Modellvorhabens „Säure+ im Feld“ das Gülleansäuerungssystem SyreN von Vogelsang ein.


Im Rahmen des Projekts „Säure+ im Feld“ wird die Ansäuerung von Gülle und Gärresten in den wichtigsten Ackerkulturen sowie im Grünland unter verschiedenen Anbaubedingungen innerhalb Deutschlands geprüft. Anhand praxisnaher Feldversuche wird evaluiert, ob das Verfahren ein geeignetes Mittel zum Senken der Emissionen darstellt und zusätzlich pflanzenbauliche Vorteile bringt. Einer der Motivationsgründe für das Projekt ist die NEC-Richtlinie für Luftreinheit. Sie gibt eine Reduktion der Ammoniakemissionen um 29 Prozent bis 2030 im Vergleich zum Jahr 2005 vor.
Auch Jörg Messner vom Landwirtschaftlichen Zentrum Baden-Württemberg (LAZBW), der das Modellvorhaben „Säure+ im Feld“ für das LAZBW begleitet, bestätigt: „Wir sehen positive Tendenzen und teilweise auch deutliche Ertragssteigerungen, die auf die Gülleansäuerung zurückzuführen sind. Diese unterliegen jedoch einer Streuung und sind abhängig von verschiedenen Faktoren wie Betrieb, Schnitt und Jahr.“
An dem Modellvorhaben „Säure+ im Feld“ beteiligen sich insgesamt 39 Demobetriebe in 8 Bundesländern sowie erfahrene Lohnunternehmen. Das Projekt findet im Zeitraum von September 2022 bis August 2027 statt und wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert. Weitere Informationen dazu auch aufwww.saeureplus.de
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