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7. August 202607.08.26

Neues Rindervirus gefährdet Milchleistung

Bundesverband der Maschinenringe e.V
weniger als eine Minute Lesezeit

Ein bislang unbekanntes Virus breitet sich derzeit in Rinderbeständen in Süddeutschland aus. Betroffene Tiere zeigen Fieber, Durchfall und teils deutliche Einbußen bei der Milchleistung. Wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) das Maschinenring Magazin informiert, handelt es sich um ein neues Orthobunyavirus aus der Simbu-Serogruppe. Für Menschen besteht nach aktuellem Kenntnisstand keine Gefahr. Für Milchviehbetriebe wirft das Virus dennoch wichtige Fragen auf.

Die neue Rinderkrankheit wird durch blutsaugende Gnitzen übertragen. Foto: Landpixel

Seit Juli wurden in der Schweiz, in Frankreich und in zahlreichen Betrieben in Süddeutschland Erkrankungen bei Rindern beobachtet. Die Symptome erinnerten zunächst an das Schmallenberg-Virus. Untersuchungen auf bekannte Erreger verliefen jedoch negativ. Das Friedrich-Loeffler-Institut konnte schließlich in Proben aus Baden-Württemberg ein bislang nicht näher charakterisiertes Orthobunyavirus aus der Simbu-Serogruppe nachweisen. Aufgrund genetischer Untersuchungen wird derzeit von einem sogenannten „Shamonda-like-Virus“ gesprochen.

Nach Einschätzung der Experten handelt es sich um die erneute Einschleppung eines exotischen Virus nach Mitteleuropa. Viren dieser Gruppe kommen bislang vor allem in Afrika, Asien und Australien vor.

Diese Symptome zeigen die Tiere

Die bislang gemeldeten Krankheitsverläufe sind überwiegend mild. Betroffene Rinder zeigen vor allem:

  • Fieber
  • Durchfall
  • Mattigkeit und Leistungsabfall
  • deutliche Rückgänge der Milchleistung

In einzelnen Beständen wurden erhebliche Milchverluste festgestellt. Nach bisherigen Erkenntnissen erholen sich die Tiere jedoch meist innerhalb weniger Tage wieder. Todesfälle wurden bislang nicht gemeldet.

Die größte Sorge der Wissenschaftler gilt derzeit nicht den erwachsenen Tieren, sondern möglichen Auswirkungen auf trächtige Kühe sowie andere Wiederkäuer. Das neue Virus gehört zur gleichen Virusgruppe wie das Schmallenberg-Virus. Bei verwandten Erregern können Infektionen während der Trächtigkeit zu Aborten, Totgeburten oder Missbildungen der ungeborenen Tiere führen. Ob dies auch für das neu entdeckte Virus gilt, wird derzeit untersucht. Eine abschließende Bewertung liegt noch nicht vor.

Übertragung durch Gnitzen

Übertragen wird das Virus durch blutsaugende Gnitzen der Gattung Culicoides. Diese winzigen Insekten spielen auch bei der Verbreitung des Schmallenberg-Virus und der Blauzungenkrankheit eine entscheidende Rolle. Da die Gnitzensaison in Deutschland noch bis in den Herbst andauert, rechnen Fachleute mit einer weiteren Ausbreitung. Besonders aktiv sind die Insekten in den Monaten Juli bis Oktober.

Gnitzenbefall im Betrieb reduzieren

Einen vollständigen Schutz gibt es nicht. Dennoch können einige Maßnahmen den Kontakt zwischen Tieren und Gnitzen verringern:

  • Tiere nachts möglichst einstallen: Gnitzen sind vor allem in den Abend- und Nachtstunden aktiv. Wo es betrieblich möglich ist, kann eine nächtliche Aufstallung das Risiko reduzieren.
  • Luftbewegung erhöhen: Gnitzen sind schlechte Flieger. Ventilatoren in Stallbereichen können die Zahl der anfliegenden Insekten deutlich senken.
  • Insektennetze und Stallhygiene nutzen: Feinmaschige Netze an Öffnungen sowie eine konsequente Stallhygiene können helfen, den Insektendruck zu verringern.
  • Feuchte Brutplätze vermeiden: Gnitzen vermehren sich bevorzugt in feuchten Bereichen mit organischem Material. Pfützen, schlecht entwässerte Bereiche und feuchte Mistlager sollten möglichst reduziert werden.
  • Tiere regelmäßig kontrollieren: Milchleistungsrückgänge, Fieber oder Durchfall sollten insbesondere in Regionen mit bekannten Fällen zeitnah tierärztlich abgeklärt werden.

Empfehlungen des FLI

Das FLI empfiehlt insbesondere:

  • Verdachtsfälle diagnostisch untersuchen zu lassen.
  • Erkrankte Tiere tierärztlich abklären zu lassen.
  • Die Entwicklung in trächtigen Tiergruppen aufmerksam zu beobachten.
  • Proben verdächtiger Tiere zur weiteren Untersuchung einzusenden.
  • Die Ausbreitung des Virus durch konsequentes Monitoring zu verfolgen.

Wichtig ist außerdem die Abgrenzung gegenüber anderen Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen. Dazu zählen insbesondere Blauzungenkrankheit und Schmallenberg-Virus. Eine frühzeitige Diagnostik schafft Klarheit und liefert wichtige Daten für die weitere Einschätzung der Seuchenlage.

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