Steigende Energiepreise, volatile Strommärkte und neue regulatorische Vorteile verändern derzeit die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für landwirtschaftliche Betriebe grundlegend. In diesem Umfeld rücken Batteriespeicher immer stärker in den Fokus – nicht nur als technologische Ergänzung, sondern als echte Einnahmequelle. Der folgende Überblick zeigt, warum sich Investitionen aktuell besonders lohnen können, welche Optionen es für unterschiedliche Betriebsgrößen gibt und worauf bei der Umsetzung zu achten ist.
Batteriespeicher werden für landwirtschaftliche Betriebe zunehmend interessant.
- Einerseits sind die Kosten für Speicherzellen, die den größten Anteil an den Investitionskosten ausmachen in den letzten Jahren deutlich gesunken.
- Andererseits sorgt der stetige Ausbau erneuerbarer Energien für schwankende Strompreise am Markt. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Ausgleichsenergie, um die Stromnetze stabil zu halten. Genau das nutzen Batteriespeicher gewinnbringend.
Grundsätzlich gilt: je größer der Speicher, desto mehr Vermarktungsmöglichkeiten ergeben sich und desto wirtschaftlicher kann er sein. Allerdings gibt es Herausforderungen bei größeren Projekten.
Dazu zählen
- Engpässe bei Netzbetreibern
- sowie aufwendige Genehmigungsverfahren, die die Umsetzung erschweren.
Deshalb sollte jeder Betrieb individuell prüfen, ob und in welcher Form ein Batteriespeicher sinnvoll ist.
Auch kleinere Batteriespeicher sind wirtschaftlich interessant. Das gilt insbesondere bei Nutzung für den Eigenverbrauch, zum Beispiel bei ausgeförderten Anlagen.
Für Batteriespeicher mit weniger als 1 MWh Kapazität sind die Chancen auf eine Anschlusszusage durch den Netzbetreiber deutlich besser als bei großen Projekten. Vorteile ergeben sich vor allem,
- wenn noch Kapazität am bestehenden Netzanschluss verfügbar ist
- oder wenn der Speicher mit einer erneuerbaren Energieanlage kombiniert wird auch als Co Location bezeichnet.
Die Höhe der Erlöse hängt von verschiedenen Faktoren ab, daher ist keine allgemeingültige Aussage möglich. Erfahrungswerte aus aktuellen Projekten zeigen jedoch, dass im aktuellen Marktumfeld jährliche Erlöse von etwa 150 bis 300 Euro pro kW erzielt werden können. Dabei müssen sowohl Vermarktungsgebühren als auch laufende Betriebskosten berücksichtigt werden.
Ein zusätzlicher wirtschaftlicher Vorteil ergibt sich, wenn der Batteriespeicher bis einschließlich 04.08.2029 in Betrieb genommen wird. In diesem Fall ist er für die folgenden 20 Jahre von Netzentgelten für den zwischengespeicherten Strom befreit. Auch weitere Abgaben und Umlagen können entfallen und erhöhen die Rentabilität zusätzlich.
Die Höhe der Pachtzahlungen kann stark variieren. Ein Praxisbeispiel zeigt, dass für einen Batteriespeicher mit 5 MW Leistung und 10 MWh Kapazität sowie einer Fläche von etwa 1.000 Quadratmetern Pachtpreise von etwa 4.000 bis 12.000 Euro angeboten werden.


Batteriespeicher bieten aktuell interessante wirtschaftliche Perspektiven für landwirtschaftliche Betriebe. Sowohl größere Anlagen mit Vermarktung als auch kleinere Lösungen für den Eigenverbrauch können sinnvoll sein.
Entscheidend sind dabei
- der vorhandene Netzanschluss
- die Größe der Anlage
- und das individuelle Nutzungskonzept
Eine sorgfältige Prüfung jedes Einzelfalls ist daher unerlässlich.
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