Der Januar brachte Schnee wie lange nicht mehr. Deutschlandweit räumten und streuten tausende Landwirte Straßen und Wege. Für die Dienstleistungsprofis der Maschinenringe Deutschland war dies der auftragsstärkste Monat seit Bestehen. Das Maschinenring Magazin hat einen der vielen Einsatzfahrer begleitet: Andreas Traurig sorgt in den Hochlagen des bayerischen Waldes für freie Fahrt.
Für die Winterdienstzentrale der Maschinenringe Deutschland GmbH in Neuburg an der Donau kam die Intensität, mit der der Winter weite Teile des Landes im Januar 2026 überzog, überraschend, aber durchaus willkommen. „Der Januar 2026 war der anfragenstärkste Monat, seit es uns gibt“, sagt Markus Leisgang. Der Bereichsleiter der Dienstleistungsprofis akquiriert mit seinem Team bundesweit Großkunden wie Unternehmen, Hausverwaltungen oder Kommunen und vermittelt die Aufträge dann an einen der 240 Maschinenringe vor Ort, die dann im Kundenauftrag ausrücken, das Eis beseitigen und für freie Bahn sorgen.
„Tief Elli hatte Anfang Januar ja zunächst schwerpunktmäßig im Nordwesten zugeschlagen, während Leonie dann Ende Januar im Süden Deutschlands mit historischen Schneemassen nachgelegt hat“, bilanziert Leisgang. Die Telefone seiner Mitarbeiter klingelten quasi 24/7 durch. „Wir erhielten hunderte Anfragen aus dem gesamten Bundesgebiet“, sagt Leisgang. Allein auf der Homepage von Dienstleistungsprofi hätten sich die Klickzahlen im Januar verglichen mit dem Vormonat mehr als verdreifacht. In Niedersachsen – gemeinhin nicht bekannt für Winter hochalpinen Ausmaßes legten Maschinenringe und Landwirte sich sogar gemeinsam eine erste Schneefräse zu, um die Straßen wieder freizubekommen.
Besonders der Wintereinbruch durch Tief Leonie, Ende Januar, hätte in Teilen der Republik für Ausnahmezustand gesorgt, berichtet Markus Leisgang. Mehr als 100 Sonderaufträge, durchgeführte Ersatzvornahmen und ungeplante Flächenerweiterungen bei Kunden hatten die Winterdienste der Maschinenringe bundesweit zu bewältigen. Dazu kamen zahlreiche Schneeverlagerungen und Abtransporte. „Dass man in Nürnberg mit Ski schneller vorankam als mit dem Auto oder der Straßenbahn war nur ein lustiger Nebeneffekt“, sagt Leisgang. Denn in weiten Teilen Mittelfrankens fielen über Nacht mehr als 25 Zentimeter Neuschnee, im Raum Würzburg 30 bis 35 Zentimeter und in den Hochlagen Bayerns und dem Schwarzwald sogar mehr als 40 Zentimeter.
„Es gab Objekte, da haben unsere Winterdienstler an einem Wochenende mehr als 50 Tonnen Salz verbraucht“, nennt Leisgang eindrucksvolle Zahlen. Derer hat er in seiner Sammlung statistischer Höhepunkte noch einige zu bieten: Mehr als 65 Einsätze mit mehr als 2200 Einsatzstunden kamen während des gesamten Januars alleine am Flughafen Leipzig, der von den Maschinenringen betreut wird, zusammen. In einem anderen Bundesland beschlagnahmte die Polizei gar Winterdienst-Schlepper der Maschinenringe, um havarierte Lkw zu bergen. Und auf den knapp 400 Flächen, die die Deutsche Bahn in Auftrag gegeben hat, leisteten Mitglieder der Maschinenringe mehr als 7500 Einsätze.

Andreas Traurig hält mit seinem Fendt die Straßen auf den Höhenlagen des Hohen Bogens im Bayerischen Wald frei. Foto: Gunther Lehmann
Die Deutsche Bahn ist auch Kunde beim Maschinenring Oberer Bayerischer Wald in Bad Kötzting, für den die Traurigs Aufträge abarbeiten. Dazu gehören auch die acht Bahnhaltestellen im Zellertal, das sich von Bad Kötzting nach Lam hinaufzieht. Für die Landwirte der Maschinenringe bedeutet das: „Winterdienst ist kein Nebenjob – er ist ein Wirtschaftszweig, der gerade in Zeiten des Klimawandels wieder an Bedeutung gewinnt“, sagt Matthias Pongrat, Geschäftsführer beim Maschinenring Oberer Bayerischer Wald. Unter den Landwirten, Lohnunternehmern und Landschaftsbauern, die in der kalten Jahreszeit im Winterdienst für den Maschinenring im Einsatz sind, ist auch Andreas Traurig aus Rimbach.
Gemeinsam mit seinem Bruder Michael und einem kleinen Team sorgen die Lohnunternehmer und Maschinenringmitglieder für freie Straßen und Wege in der kleinen Heimatgemeinde und der Umgebung. Dabei hat Andreas einen speziellen Auftrag: Er macht auf der Hochstraße des 1079 Meter hohen Hohen Bogen die Zufahrt frei zu einem Sendemast des Bayerischen Rundfunks, der auf 976 Metern am sogenannten Burgstall direkt auf dem langgezogenen Rücken des Berges steht.

Mit seinem Traktor macht Andreas Traurig bei Schnee und Eis den Weg frei zur Sendeanlage des Bayerischen Rundfunks am Hohen Bogen. Foto: Gunther Lehmann
Bei heftigem Schneefall müsse er die Strecke zwei bis drei Mal am Tag freiräumen. Auch auf dem engen Vorplatz des BR-Sendeturms vollbringt Andreas in abschüssigem Gelände mit seinem Großschlepper Filigranarbeit. Die Techniker, die gegen acht zum Dienst heraufkommen, danken es ihm. Sie gelangen mit dem Bus bis kurz vor das Gebäude und dann trockenen Fußes an ihre Arbeitsstätte.
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Für Andreas Traurig hält der Winter an diesem Einsatztag Anfang Januar noch eine Zugabe bereit. Der heftige Schneefall macht eine zweite Fahrt auf dem Diensthüttenweg und zum Schönblick notwendig. Dazwischen geht es kurz heim auf den Hof in Rimbach – Streugut auflegen und Kaffee nachtanken. Dann wieder hoch auf den Hohen Bogen. Es ist bald 13 Uhr als Andreas die schweren Schneeketten von den Vorderreifen seines Fendt zieht. Für heute soll es das gewesen sein – aber der Winter 2026 ist hier noch lange nicht Geschichte …

Es ist bald 13 Uhr als Andreas die schweren Schneeketten von den Vorderreifen seines Fendt zieht. Foto: Gunther Lehmann
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